München – Staade Zeit? Für Adventsmuffel bietet der TSV 1860 aktuell das perfekte Kontrastprogramm. Nur wer es mit den Löwen hält, der dürfte seit dem vergangenen Montag nicht mehr aus dem sorgenvollen Kopfschütteln herauskommen.
An diesem Samstag bei Borussia Dortmund II (14 Uhr) steht für die Sechziger die erste Bewährungsprobe nach der Suspendierung von Sascha Mölders an. Im „Stadion Rote Erde“, dort wo der unvergessene 1860-Kapitän Peter Grosser 1966 mit seinem Traumtor zum 2:0 gegen Borussia Dortmund für die Vorentscheidung im Meisterkampf sorgte, sind die drittklassigen Vertreter der Neuzeit gefordert, die richtige Reaktion auf Magdeburg (2:5) und das Aus des Ex-Anführers zu zeigen. „Ich war mit Saschas Spiel- und Trainingsleistung nicht mehr zufrieden – der Unterschied von der letzten zu dieser Saison war einfach zu groß“, sagte Trainer Michael Köllner bei der Spieltagspressekonferenz am Freitag: „Wir wollten auf der Position eine Veränderung. Sascha wollte keine neue Rolle annehmen. Das Verständnis, dass er sich als Ein- oder Auswechselspieler sieht, war nicht gegeben.“
Nachfragen zur Causa M. waren von Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel mit Verweis auf laufende Gespräche nicht erwünscht. Es sei ein „klares Vorgehen“ mit Mölders’ Berater festgelegt, so Köllners Vorgesetzer. Nach Informationen unserer Zeitung geht es „nur“ noch um die Höhe der Abfindung, Munition in Form von klaren Worten will niemand liefern. Die Gerüchte über einen Wechsel zu Türkgücü München wurden sowohl von der Mölders-Seite als auch vom Stadtrivalen dementiert.
Interessantes sagte Magentasport-Experte Markus Schwabl über Mölders: „Ich kann meine Hand ins Feuer legen, dass er kein Asi ist. Er ist nicht der leichteste Typ für einen Trainer und die Mannschaft, aber solche Typen brauchst du. Ich war etwas schockiert, als ich es gelesen habe.“
Die große (und einzige) Hoffnung der Löwen ruht auf dem Team. Befreiung oder noch mehr Chaos heißen die Alternativen, Alibis gibt es nicht mehr. Zwar sei der „Impuls“ für Mölders’ Aus „nicht aus der Mannschaft gekommen. Es hat „keine Abstimmung gegeben“, nahm Köllner Bezug auf anderslautende Meldungen. Doch das vergiftete Verhältnis des Großteils der Spieler zum Ex-Kapitän ist verbürgt. Bis auf Quirin Moll und Keanu Staude soll es keine Unterstützer mehr für Mölders gegeben haben. Umso spannender, ob Moll wieder für den verletzten Lang auflaufen darf oder Belkahia nach schöpferischer Pause eine Chance erhält.
Sicher ist neben dem Ausfall von Merv Biankadi (Muskelprobleme) die Kapitänsbinde für Stefan Lex. Ins Sturmzentrum soll Marcel Bär rücken. Der „Harakiri-Fußball“ (Köllner) gegen Magdeburg soll der Tiefpunkt bleiben. Viele Spieler hätten im Training gezeigt, dass sie „Verantwortung übernehmen wollen“, sagte der Coach: Vielleicht werden andere durch das entstandene Vakuum größer.“ Vielleicht.