Der Leitwolf

von Redaktion

Philipp Schumann muss Hachings junge Volleyballer führen

Unterhaching – Nein, wie ein alter Herr wirkte Philipp Schumann jüngst beim 3:2 gegen Giesen gewiss nicht. Die gesamte Partie über, insbesondere aber im entscheidenden fünften Satz, bestach der Angreifer der Volleyballer des TSV Haching München mit Sprungkraft, Dynamik und wuchtigen Schmetterschlägen. Er ist ja auch erst 28. Doch innerhalb der Hachinger Youngstertruppe fällt Schumann, Spitzname „Pippo“, damit schon aus der Reihe, quasi als Vertreter einer etwas gesetzteren Generation. Man könnte auch sagen: Ein Mann im besten Leistungssportalter inmitten einer Ansammlung von zukunftsträchtigen Talenten.

„Ich sehe mich jetzt nicht als alter Sack“, stellt Schumann selbst klar. „Aber ich versuche der Mannschaft mit meiner Erfahrung zu helfen.“ Genau das erwartet Sportdirektor Mihai Paduretu vom Diagonalspieler: „Pippo ist der zweite Mannschaftskapitän und hat zusammen mit Jonas Sagstetter, dem ersten Kapitän, auch die Aufgabe, das junge Team durch die schwierige Saison zu führen.“

Sagstetter ist mit seinen 22 Jahren von allen jungen Spielern der mit Abstand erfahrenste, doch die Unterstützung durch den routinierten Neuzugang ist unverzichtbar: Schumann war über Jahre ein herausragender Zweitligaspieler in Rüsselsheim, und er durfte vor seinem Wechsel nach Unterhaching beim Erstliga-Spitzenteam Düren mit Pokalfinal-Teilnahme 2020 und Platz drei in der Meisterschaft 2021 in die höheren Sphären hineinschnuppern. Aber eben nur schnuppern – mehr ließ sein Konkurrent Sebastián Gevert nicht zu.

Nach zwei Jahren in Düren behagte Schumann die Jokerrolle nicht mehr. „Er hat eine neue Herausforderung gesucht und sich bei mir gemeldet. Wir waren uns sehr schnell einig, er passt sehr gut in unsere Mannschaft“, erzählt Mihai Paduretu.

Das kann auch dessen Sohn Eric bestätigen. Der Zuspieler fütterte Schumann beim Überraschungssieg gegen Giesen mit Pässen: „Wenn Pippo einen guten Tag hat, ist das für die Mannschaft sehr förderlich, weil er auch ein Mann für die schwierigen Bälle ist. Er übernimmt Verantwortung in wichtigen Situationen wie im Tie Break gegen Giesen“, hebt Paduretu junior zunächst die spielerischen Qualitäten des Angreifers hervor, aber eben nicht nur diese: „Er hat sich auch sehr gut integriert, ist eigentlich wie einer aus unserer Generation. Er mag es, sich mit jungen Spielern zu umgeben.“

Umgekehrt lobt Schumann die Lernwilligkeit seiner Nebenleute: „Sie nehmen Ratschläge an.“ Die Fortschritte fanden mit dem unerwarteten Erfolg gegen Giesen ihren ersten Höhepunkt. Am Freitagabend dann die erwartete Niederlage gegen Spitzenreiter Berlin. Allerdings nahm Haching einen Satz mit (25:22, 9:25, 17:25, 20:25). UMBERTO SAVIGNANO

Artikel 1 von 11