Eine Mischung aus Pech und fehlendem Biss

von Redaktion

Aus 15:0 Ecken und 23:4 Torschüssen macht Dortmund im Derby in Bochum nur ein Tor

Bochum – Den Flitzer verscheuchte Erling Haaland nach dem Schlusspfiff wie eine lästige Fliege, doch die schadenfrohen Gesänge hallten noch lange nach. „Deutscher Meister wird nur der FCB“, sangen die Bochumer Zuschauer, Bayern München in Fanfreundschaft verbunden, und trafen einen Dortmunder Nerv. Denn nach dem unnötigen 1:1 (0:1) der Borussia im kleinen Revierderby beim VfL scheint das Titelrennen schon vor der Saisonhalbzeit entschieden. Innerhalb einer Woche ist der Rückstand des BVB von einem auf sechs Punkte angewachsen.

„Das ist jetzt ein weiter Vorsprung, das wird sehr, sehr hart“, meinte Torhüter Gregor Kobel mit Blick auf den bereits wieder enteilten Rekordmeister und sprach von einer „Scheißposition“. Im „Derby anne B1“ kam der BVB trotz drückender Überlegenheit und zahlreicher hochkarätiger Chancen nur zum späten Ausgleich durch Julian Brandt (85.). Der Jokertorschütze machte „nicht nur Pech“ verantwortlich, sondern fehlenden Biss. „Am Ende musst du es auch wollen, musst mit mehr Überzeugung in die Bälle rein.“

Das erste kleine Revierderby seit über elf Jahren forderte den BVB – mit dem gesperrten Trainer Marco Rose als Kiebitz in einer VIP-Loge – ganz anders als das große in der jüngeren Vergangenheit. Mit 11:0 Toren hatte Dortmund Schalke 04 in den letzten drei Duellen abgefertigt, Bochum wehrte sich dagegen vor 13 799 zugelassenen Zuschauern im Ruhrstadion hartnäckig. Nach dem glücklichen Führungstor durch Sebastian Polters Foulelfmeter (40.), den BVB-Keeper Kobel mit überstürztem Hinauslaufen verursacht hatte, war entweder der überragende Torhüter Manuel Riemann oder ein Bein oder ein Kopf eines Abwehrspielers im Weg. Oder ein vermeintliches Tor von Marius Wolf (54.) wurde nach Videobeweis aberkannt – weil Jude Bellingham im Abseits gestanden und Riemann die Sicht genommen hatte. AuchTormaschine Haaland ging leer aus – erst zum zweiten Mal in dieser -Saison. Trotz 15:0 Ecken und 23:4 Torschüssen für Dortmund.

„Abhaken“, empfahl Marius Wolf nach dem erneuten und womöglich vorentscheidenden Rückschlag im Titelrennen, „und die Wut mitnehmen.“  sid

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