Winterberg/Altenberg – Die deutschen Bobfahrer und Rodler haben bei ihren Heim-Weltcups in Winterberg und Altenberg erneut eindrucksvoll demonstriert, dass sie für die Olympischen Spiele in Peking (4. bis 20. Februar) bestens gerüstet sind. Bei den Bobfahrern dominierte in Winterberg einmal der seit einem Jahr ungeschlagene Francesco Friedrich (Oberbärenburg), die Frauen feierten sogar einen Dreifachsieg; im Rodler-Lager warteten Junioren-Weltmeister Max Langenhan (Friedrichroda) und das Team mit Siegen auf; Julia Taubitz (Oberwiesenthal) sowie die Doppelsitzer Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken (Isenburg/Suhl) wurden Zweite.
Bob-Seriensieger Friedrich feierte in Winterberg seine Weltcupsiege 59 und 60. „Wir sind weiter volles Risiko gegangen“, sagte er, „und das wurde einfach belohnt.“ Nach dem Erfolg am Samstag gewann Friedrich auch das zweite Rennen im Vierer. Johannes Lochner (Stuttgarter), im ersten Rennen noch Zweiter, verpasste das Podium und musste sich mit dem 5. Platz begnügen. Christoph Hafer (Bad Feilnbach/+0,58) wurde Achter.
Lochner sieht sich dennoch im Aufwärtstrend. „Wir waren wieder so knapp dran. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir können angreifen und können den Franz ein bisschen kitzeln“, sagte Lochner am Samstag und ergänzte: „Wir müssen jetzt einfach so weitermachen. Wir können ihn auf jeden Fall besiegen.“ Lochner hatte im ersten Rennen nur 0,05 Sekunden Rückstand auf Friedrich gehabt. Hafer wurde Vierter.
Bei den Frauen unterstrich Laura Nolte ihre Vormachtstellung im Zweierbob. Die 23-Jährige feierte mit Anschieberin Deborah Levi den dritten Sieg im vierten Rennen. Olympiasiegerin Mariama Jamanka, die zum zweiten Mal mit Sprinterin Alexandra Burghardt als Anschieberin antrat, und Vizeweltmeisterin Kim Kalicki machten den deutschen Dreifacherfolg perfekt.
Bei den Rodlern teilte sich Langehan den Sieg mit dem Österreicher Wolfgang Kindl. Die beiden waren auf die Tausendstel zeitgleich. Dritter wurde der Weltcupspitzenreiter Johannes Ludwig (Oberhof) vor Felix Loch (Berchtesgaden). „Ich bin auch nur ein Mensch, mache auch Fehler. Heute war es ein Fehler zu viel, sogar ein grober“, sagte Ludwig, während Loch bilanzierte: „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, man sieht, man kann ohne Fehler ganz vorne mitfahren.“
Bei den Frauen verhinderte Madeleine Egle (Österreich) einen deutschen Dreifacherfolg. Julia Taubitz wurde Zweite vor Anna Berreiter (Berchtesgaden) und Olympiasiegerin Natalie Geisenberger. Die Miesbacherin hatte kurzfristig Änderungen an ihrem Material vorgenommen. „Heute Nacht sind erst die Kisten aus China gekommen, ich bin dann die Schiene gefahren, die ich seit vier Wochen nicht gesehen habe. Es war ein gewisses Risiko dabei“, erzählte Geisenberger. sid/dpa