Berlin – Sie hatten sich ein echtes „Statement“ vorgenommen, die Basketballer des FC Bayern. Und sie haben es ín diesem Schlager bei Alba Berlin am Ende bemerkenswert souverän abgegeben. 80:73 (41:38) setzte sich das Team von Trainer Andrea Trinchieri am Ende durch und schickten den, zuletzt immer besser in Fahrt gekommenen Erzrivalen erst einmal zurück ins Mittelfeld der Bundesliga. Geburtstagskind Nick Weiler-Babb, mit 18 Punkten Topscorer, gefiel es: „Das war ein gutes Spiel von uns“, sagte er, „ein wichtiger Sieg.“
Irgendwie hatte man diesem ersten Aufeinandertreffen der beiden deutschen Basketball-Schwergewichte auf nationaler Ebene fast mit noch mehr Spannung entgegengesehen als dem Duell vor wenigen Wochen in der Euroleague. Ein Duell in der BBL – das würde schon erste Fingerzeige geben für die Dinge, die im Frühjahr in den Playoffs zu erwarten sind.
Denn anders als in Europa müssen die Teams in der Bundesliga je sechs deutsche Profis aufbieten. In der vorjährigen Finalserie war das wohl der letztlich entscheidende Faktor zugunsten der Nachwuchs-Hochburg aus der Hauptstadt. Nicht umsonst legten die Bayern gerade in Sachen „deutsche Karte“ im Sommer deutlich nach. Bislang allerdings ist davon nicht allzu viel zu sehen. Gut, Paul Zipser und Leon Radosevic sind verletzt und konnten noch kein Spiel absolvieren. Aber auch dahinter hat Schwarz-Rot-Gold in Andrea Trinchieris Plänen noch nicht das ganz große Gewicht.
Und auch am Sonntag zeigte sich schnell: Das wird erstmal so bleiben. Ok, Nihad Djedovic durfte weit mehr ran als zuletzt, doch der Kapitän ließ seine Klasse mehr in der Defensive aufblitzen. Olympia-Teilnehmer Andreas Obst musste auf seine Momente schon ein bisschen mehr warten. Der frühere Ulmer zeigte immerhin an der Dreierlinie seine spezielle Klasse. Drei Distanzwürfe schubste er durch die Reuse. Doch viel mehr war nicht. 14 „deutsche“ Punkte hatten die Bayern letztlich in der Statistik stehen. Was für ein Unterschied zu den 50 Zählern, die Maodo Lo, Johannes Thiemann & Co für die Albatrosse einsammelten.
Warum es trotzdem für die Gäste reichte – nun, vor allem weil die internationalen Kräfte auf Münchner Seite einmal mehr Extra-Schichten schoben. Vladimir Lucic schuftete 35 der 40 Minuten Minuten, Nick Weiler-Babb deren 30, Augustine Rubit (27) und der immer stärker werdende Ognjen Jaramaz (28) nicht viel weniger. Doch die Münchner Schwerstarbeiter hatten auch gegen aufopferungsvoll kämpfende Berliner immer dann Antworten, wenn sie nötig waren.
Lucic, der diesmal 17 Punkte beisteuerte, blickte entsprechend angespannt nach vorne, in eine weitere heiße Woche: „Und jetzt haben wir wieder drei Spiele in fünf Tagen.“ Mittwoch sind die Bayern in Piräus gefordert, am Freitag in Belgrad und am Sonntag in der BBL gegen Ludwigsburg.
Sicher keine schlechte Fügung, dass am Montag Nachkauf KC Rivers einschwebt. Der Routinier soll schon bald für merklich Entlastung sorgen. Dass er das kann, dessen ist sich auch der Auserwählte selbst sicher. „Ich soll ein Leader sein, eine Stimme“, sagte Rivers, Das alles wird kommen, wobei es nicht viel Zeit brauchen wird.“