München – Das große Spiel des EHC München findet am Dienstag statt. Gegen Lukko Rauma, den finnischen Meister, wird es um den Einzug ins Halbfinale der Champions Hockey League (CHL) gehen, mit einem 2:2 aus der ersten Partie ist die Ausgangslage verheißungsvoll. Aber: Wie steht es um die Form der Münchner? Nicht zum Besten. Binnen weniger Tage sind sie in eine veritable Krise geraten. Das EHC-Wochenende: 3:6 am Freitag in Bietigheim verloren, 4:5 am Sonntag daheim gegen Köln .
Wenn sie nicht gewinnen, liegt es bei den Münchnern meist -– zumindest betonen sie es in ihren Statements – an Nachlässigkeit in der Verwertung der Chancen. Gefährlich ist der EHC mit seinen vier voll besetzten Sturmreihen in der Vorwärtsbewegung immer. Das Problem derzeit aber ist die Arbeit nach hinten.
Beim 3:6 am Freitagabend in Bietigheim wurden diese Defizite mal wieder aufgezeigt. zwei Gegentreffer in der Schlussphase muss man abziehen, es waren Schüsse der Steelers ins leere Münchner Netz, denn EHC-Trainer Don Jackson hatte Goalie Daniel Fießinger vom Eis genommen, um den 3:4-Rückstand auszugleichen. Doch dass die Münchner nach einer 3:1-Führung beim DEL-Neuling und Tabellenletzten überhaupt in diese Situation gerieten, war die Folge eines Konzentrationsabfalls im letzten Drittel. „Der Unterschied lag in den Bietigheimer Kontern“, musste Jackson mit ansehen, wie seine Verteidiger immer wieder kalt erwischt wurden,
Ähnlich gegen Köln, das der Lieblingsgegner des EHC ist. Die vergangenen 16 Spiele gegen die Haie hatte er gewonnen, eine in der ausgeglichenen DEL, in der Überraschungen jederzeit möglich sind (siehe Bietigheim), einmalige Bilanz. Köln hatte im Vergleich zu seinem Spiel am Freitag in Berlin fünf verletzte Spieler wieder zurück in der Aufstellung, war aber dennoch klarer Außenseiter. Im EHC-Kasten stand wieder Stammkraft Danny Aus den Birken. Doch vor ihm eine hohe Fehlerquote. Das Duo Abeltshauser/Boyle wirkte schläfrig beim 1:1 (Ferraro/11.), der sonst unnachgiebige Patrick Hager ließ sich von seinem Ex-Teamkollegen Jon Matsumoto vor dem 2:4 abschütteln (36.). Nur zehn Sekunden hielt eine Münchner 2:1-Führung (Ehliz/22.) – dann hatten die Haie schon wieder ausgeglichen (Marcel Müller). Gut beim EHC, für den neben Ehliz noch Blum (1:0/7.), Parkes (3:4/38.) und Street (4:5/59.) trafen, war das Überzahlspiel, schwach indes die Performance in Unterzahl.
Alles andere als inspirierend ist natürlich die Null-Kulisse. Es sind Geisterspiele angeordnet, der EHC hat die aus der Vorsaison bekannten Planen wieder über die leeren Betonstufen und Sitzschalen gezogen. Und für den verdienten Frank Mauer gab es eine Ehrung zum 700. DEL-Spiel, bei der das Klopfen der Mitspieler mit dem Schläger aufs Eis der einzige Beifall war. GÜNTER KLEIN