München – Die Vorgänge beim EHC Red Bull München in der zweiten Pause waren schnell geklärt. Nein, es war kein Donnerwetter, so versicherte Zach Redmond – das hätte auch nicht zum ausgeglichenen Trainer Don Jackson gepasst. Die ganze Mannschaft rückte in einem kurzen Gespräch zusammen, „weil wir wussten, dass wir das Comeback nur mit der richtigen Einstellung schaffen“.
Was folgte, ist bekannt. 7:1 Tore schenkte der EHC Aufsteiger Bietigheim alleine im furiosen Schlussdrittel ein. Sieben Tore hatte man zuvor in acht Dritteln gegen Düsseldorf, Nürnberg und Bietigheim nicht zustande gebracht.
Doch dem Trainer blieben nach getaner Arbeit eher die ersten vierzig als die teilweise berauschenden letzten Minuten in Erinnerung. „Desperate“ habe man gespielt – verzweifelt – gegen eine Mannschaft, die vor allem diszipliniert verteidigte und nicht unverdient mit 2:0 in Führung lag.
Am Ende waren es wohl in der Hauptsache die beiden schnellen Tore von Redmond und Trevor Parkes, die den Münchnern den Weg zum bemerkenswerten Comeback ebneten. So ähnlich war es ja schon am Freitag gegen die Düsseldorfer EG gelaufen. Als ebenfalls Redmond ins Schwarze traf und der EHC prompt sogar ein 0:3 wettmachte – auch wenn am Ende eine Penaltyniederlage stand.
Allerdings haben die letzten Münchner Gegner auch eine Blaupause geliefert, wie dem Champions-League-Halbfinalisten derzeit in der Deutschen Eishockey Liga beizukommen ist. Konsequentes Forechecking, kompakte Defensive und schnelle Konter – leicht vorstellbar, dass sich auch die Eisbären Bremerhaven heute Abend (19.30 Uhr) mit ziemlich genau diesen Prinzipien zum Weihnachtsspiel in der Olympia-Eishalle vorstellen werden.
Doch im Münchner Lager will man sich mit Bremerhaven gar nicht weiter befassen – der EHC schaut auf sich selbst. Zach Redmond: „Es ist alles eine Frage der Einstellung.“ rp