Unberechenbarer EHC München Das Virus spielt mit

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Nun hat der EHC Red Bull München seine schwarze Serie also beendet. Nach dem furiosen 7:1-Schlussdrittel gegen Bietigheim darf der Champions-League-Halbfinalist die Blicke wieder nach oben richten. Richtung Mannheim, aber vor allem zu den Berliner Eisbären, den wackeren Titelverteidigern, die den bislang mauen Münchner Dezember nutzten, um in der DEL wieder die Spitze zu übernehmen.

Aber die Alarmstimmung hielt sich am Oberwiesenfeld in diesen Tagen ohnehin in Grenzen. Negativläufe sind nichts Ungewöhnliches in der Sportart der Vielspieler. Und in diesem Winter kommen andere Faktoren hinzu, die ohne Frage Einfluss auf das sportliche Geschehen nehmen. So gehört der EHC München, wie auch Titelrivale Adler Mannheim, zu jenen Vereinen, die die Pandemie in dieser Saison schwer getroffen hat.

22 Corona-Fälle wurden zwischenzeitlich beim Meister von 2016 bis 2018 registriert – der Großteil davon in der Mannschaft. Offiziell ist dieser Einschlag des Virus glücklicherweise vorbei. Dass die Folgen anhalten, ist vorstellbar. Andrea Trinchieri, der Coach der Basketballer des FC Bayern, hat einmal gesagt, ein an Corona erkrankter Leistungssportler brauche rund 30 Tage, um auch nur 50 bis 60 Prozent seiner Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen. Dieser Prozess ist sicherlich auch beim EHC München noch voll im Gang. Und er betrifft auch jene Akteure, die von Corona verschont geblieben waren. Sie hatten in Zeiten der Personalknappheit Mehrarbeit leisten müssen. Natürlich macht sich das auch bei ihnen körperlich bemerkbar.

In der Champions League mag das nicht auffällig geworden sein. Aber es ist kein Geheimnis, dass auch angeschlagene oder schlicht müde Spieler für einen einzelnen besonderen Moment wie das Halbfinal-Rückspiel gegen Lukko Rauma besondere Leistungen abrufen können. In den folgenden DEL-Partien wie gegen Düsseldorf und in Nürnberg fehlten Kraft und vor allem Konzentration dafür umso mehr.

Aber das ist etwas, was in diesem Jahr auch im Sport zu den Realitäten gehört. Corona ist einer von sicherlich vielen Faktoren, die über Erfolg und Misserfolg in dieser Saison mitentscheiden. Meister wird am Ende die Mannschaft, die ihren Weg durch die Pandemie am besten findet.

patrick.reichelt@ovb.net

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