München – Geiz kann man dem FC Bayern während der Corona-Pandemie wahrlich nicht vorwerfen. Doch während investorengestützte Vereine aus der englischen Premier League Unsummen für international relativ unbekannte Spieler ausgeben, geht der Münchner Vorzeigeverein bedachter mit seinem selbst erwirtschafteten Geld um.
Im Sommer zahlte der Rekordmeister 42,5 Millionen Euro Ablöse für Innenverteidiger Dayot Upamecano (23), 15 Millionen für Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer (27) und rund 20 Millionen für Trainer Julian Nagelsmann (34) aus. Devise: Punktuelle Kader-Verstärkungen, bei denen das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Nun lässt eine Aussage von Vorstands-Boss Oliver Kahn (52) die Fans sogar von einem Mega-Neuzugang träumen. Im aktuellen Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ wurde die Torwart-Legende nach einem großen Transfer gefragt. Kahn antwortete mit einer Gegenfrage: „Wann kauft man Aktien?“ Wenn die Kurse unten sind! Kann man wie folgt deuten: Jetzt, wo viele Klubs finanziell zu kämpfen haben, wäre gar kein schlechter Zeitpunkt, doch auf dem Transfermarkt tätig zu werden und einen Spieler für eine vergleichsweise geringe Ablöse zu holen.
„Wirtschaftlich sind wir zu einigem in der Lage. Aber aktuell tun uns erneut pandemiebedingt die fehlenden Zuschauereinnahmen weh“, betonte Kahn und fügte an: „Wir sind in einer Beobachtungsphase. Wir müssen erst noch ein Gefühl entwickeln, wo die aktuelle Pandemie-Situation sich hin entwickelt. Aber klar ist: Wir sind keine Hasardeure.“ Fakt ist auch: Der FC Bayern steht europaweit beispiellos da. Trotz massiver Einbußen erwirtschafteten die Münchner im vergangenen Geschäftsjahr noch einen Gewinn von 1,9 Millionen Euro nach Steuern.
Klar ist aber ebenfalls: Ein Transfer von BVB-Torjäger Erling Haaland (21/Vertrag bis 2024) nach München ist unrealistisch. Für eine festgeschriebene Ablösesumme für 75 Millionen Euro darf der Norweger Dortmund im Sommer verlassen. Angesprochen auf den Knipser sagte Kahn: „Wir haben Robert Lewandowski. Der wird auch noch ein paar Jahre lang 30, 40 Tore schießen.“ Mit dem Polen (Vertrag bis 2023) wollen die Münchner verlängern. Auch Leeds-Außenstürmer Raphinha (25) wurde in den vergangenen Tagen mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Von einem Winter-Wechsel des Brasilianers für 50 Millionen Euro Ablöse war sogar die Rede. Sofern kein Flügel-Star den Rekordmeister überraschend verlässt, ist dies aber nicht vorstellbar. Generell: Winter-Transfers schloss Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) zuletzt aus: „Wir sind wirklich gut besetzt und gehen weiter so in die Saison.“
Ein Kandidat für den Sommer wäre Rechtsverteidiger Sergino Dest (21). Am US-Amerikaner waren die Bayern schon vor dessen Engagement 2020 beim FC Barcelona dran.