Mannheim – Es bleibt also dabei – der EHC Red Bull München kann gegen Titelrivale Adler Mannheim nicht mehr gewinnen. 1:5 (0:1, 1:2, 0:2) ging das Team von Trainer Don Jackson auch am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Kurpfalz baden. Sieben Mal in Folge haben die Münchner das Gipfeltreffen nun also schon verloren.
Aber was heißt schon Gipfeltreffen? Würde man nur die vergangenen zehn Spiele betrachten, dann wäre diese dritte Saisonauflage des nationalen Gigantenduells die Partie Zwölfter gegen Dreizehnter. Beide Mannschaften wurden im Spätherbst bekanntlich von Corona schwer gerupft. Beide Teams sind noch nicht vollends wieder in Fahrt. Was dem direkten Aufeinandertreffen natürlich noch einmal besondere Bedeutung gab.
Die Mannheimer Adler nahmen das besonders wörtlich. Die Gastgeber kamen mit viel Dampf aus der Kabine und bereits nach 19 Sekunden musste EHC-Goalie Danny Aus den Birken den Puck erstmals aus dem eigenen Tor stochern. Markus Eisenschmid hatte ihn dort hinbefördert.
München brauchte einige Minuten, um auch irgendwie Zugriff auf dieses Spiel zu bekommen. Der EHC attackierte zunehmend früher. Rauschte mit kurzen, schnellen Pässen in Richtung Angriffsdrittel, Was zeitweise zumindest nach optischer Überlegenheit aussah. Und was sich ja auch auszahlte. Zu Beginn des zweiten Drittel setzte sich Trevor Parkes stark auf der rechten Seite durch. Seinen Querpass schubste Freddie Tiffels im Nachfassen unter die Latte (22.). Saisontor Nummer 29 für die Topreihe mit Tiffels, Parkes und Ben Smith.
Aber es bleibt die große Schwäche des Münchner Dezembers. Der EHC treibt viel Aufwand – auch die Partie in Mannheim war ein engagiertes und ordentliches Spiel der Roten Bullen. Allein es fehlt der Ertrag. Die Kaltschnäuzigkeit, die Effizienz. 23 Schüsse aufs Tor registrierten die Statistiker für die Münchner. Das Ziel erreichte nur einer. „Wir belohnen uns nicht“, sagte auch Trainer Don Jackson. Wie das geht, zeigte Mannheim. 19 Torschüsse – fünf Treffer.
Spätestens als Tim Wohlgemuth einen blitzsauberen Konter nach dem Ende einer Münchner Überzahl zum 3:1 (36.) abschloss, hatte das Spiel seine Richtung. Bei Don Jackson klang das so: „Wir haben ein paar Schlüsselsituationen verloren. Daran müssen wir arbeiten.“
Und so wurde auch das Schlussdrittel zum Spiegel der gesamten Partie. Die Münchner mühten sich häuften Chancen an – Mannheim indes traf. Jordan Szwarz (46.) schloss eine Traumkombination mit dem 4:1 ab.
Mark Katics 5:1 in der Schlussminute ins leere Münchner Tor – Danny Aus den Birken – hatte 90 Sekunden vor dem Ende seinen Platz für einen sechsten Feldspieler geräumt – fiel da schon kaum noch ins Gewicht. Auch für Don Jackson nicht, der leidgeprüfte Trainer blieb nachsichtig mit seinem Team: „Wir müssen positiv bleiben und weiterarbeiten.“ PATRICK REICHELT