Es hagelt Preise – aber nicht den richtigen

von Redaktion

Bei der Wahl zum Besten Spieler des Jahres hat Lewandowski auch in Dubai das Nachsehen

VON MANUEL BONKE UND PHILIPP KESSLER

München – Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte Robert Lewandowski (33) einen Großteil seiner Familie in einen Privatjet gepackt – und hob mit seinen Liebsten Richtung Dubai ab. Dort stand am Montagabend die Verleihung der Globe Soccer Awards an. Der Bayern-Angreifer war in der Kategorie „Bester Spieler des Jahres“ gemeinsam mit Karim Bezema (34), Kylian Mbappé (23), Lionel Messi (34), Mohamed Salah (29) und Cristiano Ronaldo (36) nominiert – und musste sich wieder mit dem zweiten Platz begnügen, hinter Mbappé. Immerhin ein kleiner Trostpreis: Lewandowski wurde als bester Torschütze („Maradona Award“ und Spieler des Jahres der Fans geehrt.

Am Montag erhielt er zudem vom Fachmagazin „Kicker“ die Auszeichnung als Persönlichkeit des Jahres. Im Rahmen dieser Ehrung schwärmt Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß vom polnischen Ausnahmestürmer und traut ihm sogar nach dessen Karriereende ein Spitzenamt in der Politik zu. Lewandowski sei „absolut ausgeschlafen und hat klare Vorstellungen vom Leben. Robert würde ich es sogar zutrauen, dass er Ministerpräsident in Polen wird, wenn er in die Politik ginge“.

Was Hoeneß bei Lewy am meisten imponiert: Seine Wandlung vom eigensinnigen Torjäger zum Teamplayer mit Verantwortungsbewusstsein. „Robert weiß, was er will.“ Doch am besten gefällt dem Bayern-Patron die Tatsache, dass Lewandowski mittlerweile sehr stark als Angestellter des deutschen Rekordmeisters in Verbindung gebracht werde, „er äußert sich immer sehr positiv über den FC Bayern und hat uns auch in schwierigen Zeiten nie mit unsachlichen Kommentaren provoziert.“ Das rechne Hoeneß ihm hoch an und sieht in Lewandowski eine „unheimliche Identifikationsfigur, vor allem international“.

Was beim Hoeneß’schen Loblied jedoch etwas untergeht: Ab und an lässt Lewy seine Divenhaftigkeit durchaus noch durchblicken. Wie beispielsweise im vergangenen Oktober, als er wie ein kleines Kind schmollte, weil er in seinen Augen zu wenig Zuspiele seiner Teamkollegen erhielt – und sich intern beklagte.

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