Österreich-Power für Türkgücü

von Redaktion

Andreas Heraf übernimmt bei den Münchnern als Cheftrainer, Goran Djuricin assistiert

München – Türkgücü baut auf Hilfe aus Österreich. Andreas Heraf (Cheftrainer) und Goran Djuricin (Co-Trainer) sollen die Münchner in der Rückrunde aus dem Tabellenkeller der 3. Liga führen. Beide unterschrieben zunächst einen Vertrag bis Saisonende. Nach Alexander Schmidt, Serdar Dayat, Petr Ruman und Peter Hyballa ist Heraf bereits der fünfte Cheftrainer im Jahr 2021. „Am Ende war das Entscheidende die Erfahrung mit einer Situation, in der wir sind. Beide Trainer konnten ähnliche Situationen in ihrer Karriere bereits mit Bravour meistern“, sagt Geschäftsführer Max Kothny.

Mit Heraf als Co-Trainer gelang dem SV Ried der Aufstieg in die Bundesliga. Nach der Beförderung zum Chefcoach im April führte er Ried mit nur einer Niederlage aus zehn Spielen souverän zum Klassenerhalt. In der Hinrunde der aktuellen Saison übergab Heraf den Verein auf Rang vier. Nach einer krankheitsbedingten Pause (Kehlkopfentzündung) durfte der 54-Jährige nicht an die Seitenlinie zurückkehren. Man habe „unterschiedliche Auffassungen, in welche Richtung sich der Klub bewegen soll“, sagte SVR-Geschäftsführer Rainer Wöllinger.

Djuricin (47) trainierte unter anderem den SK Rapid Wien und führte den Club in die Gruppenphase der Euroleague. Zudem arbeiteten Djuricin und Heraf jahrelang gemeinsam für die Nachwuchsabteilung des Österreichischen Fußball-Verbandes (ÖFB).

Die Verantwortlichen von Türkgücü haben sich während Herafs Zeit in Ried auch vor Ort von dessen Qualitäten überzeugen lassen. Der ehemalige österreichische Nationalspieler (Teilnahme bei der EM 1998) steht für simplen Ergebnisfußball. Genau darauf setzt Türkgücü, aktuell liegt man als 16. schließlich nur zwei Punkte von der Abstiegszone entfernt. Kothny hofft auf neue Impulse, „damit wir uns aus unserer aktuellen Lage befreien und Ergebnisse erzielen können.“ Schönspielerei wird man künftig nicht im Olympiastadion erwarten dürfen. „Wenn ein Klub 1000 Pässe im Spiel sehen will, dann soll er mich nicht anrufen“, sagte Heraf einst dem „kicker“. Nun sei es eine große Ehre „und ich bin stolz, dass ich bei Türkgücü München arbeiten darf.“ Djuricin freut sich ebenfalls schon auf die „mega geile Herausforderung“: „Neue Stadt, neuer Verein, das ist einfach a geile Geschicht.“ Am 1. Januar treffen sich Mannschaft und Trainerteam zum Abendessen, tags darauf fliegt Türkgücü – wie 1860 – ins Trainingslager nach Belek. Vorher kann es schon zu vereinzelten Abgängen kommen, der Großteil des aktuellen Kaders wird aber mit in die Türkei reisen, damit sich Heraf selbst ein Bild von der Mannschaft machen kann.

Nach Informationen unserer Zeitung wurde der erfahrene Djuricin auch deshalb als Co-Trainer verpflichtet, damit der hochkarätig besetzte Kader endlich als Einheit agiert. Während der Zeit von Petr Ruman hieß es, einige Spieler haben den Trainer auf der Nase rumgetanzt. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Devise von Türkgücü für die nächsten Woche: Jeder muss sein Ego hinten anstellen.

Für den 7. und 10. Januar sind Testspiele geplant, am 15. Januar steigt das nächste Drittliga-Spiel in Halle. Eine Strafe vom DFB für die nicht eingehaltene Frist nach der Entlassung von Hyballa hat Türkgücü noch nicht erhalten. Der Verein rechnet mit einer Geldstrafe.  nms

Artikel 5 von 11