Familienfeier bei der Tour de Ski

von Redaktion

Geschwister Niskanen siegen – Die deutschen Brugger und Carl überzeugen

Lenzerheide – „Schneepflug“ Victoria Carl trotzte dem Flockenwirbel, blies zur Aufholjagd und wurde mit Platz elf belohnt. Trotz niedriger Startnummer hat die 26-Jährige im ersten Distanzrennen der Tour de Ski bei schwierigen Bedingungen nur knapp die Top Ten verpasst. „Am Ende habe ich ganz schön viel Zeit gutgemacht“ sagte Langläuferin Carl zufrieden. Zwei Stunden später belegte auch Janosch Brugger bei den Männern Rang elf und erfüllte die halbe Olympia-Norm.

„Victoria musste mit ihrer frühen Startnummer ein wenig den Schneepflug spielen, umso höher ist ihre Leistung einzuschätzen“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder nach der zweiten von sechs Tour-Etappen über zehn Kilometer. Hoffnungsträgerin Katharina Hennig aus Oberwiesenthal, beim Saisonstart im November Dritte über diese Distanz, musste sich in Lenzerheide/Schweiz dagegen mit Rang 20 begnügen.

Für ein Kurisoum sorgten die finnischen Geschwister Kerrtu und Iivo Niskanen: Erst holte die Kerttu (33) überraschend den dritten Weltcupsieg ihrer Karriere und übernahm als Krönung die Führung in der Gesamtwertung. Der zweimalige Olympiasieger Iivo (29) gewann wenig später ähnlich überlegen bei den Männern.

Schlickenrieder war nach dem ersten Drittel der Tour vor allem mit dem Auftritt der deutschen Frauen zufrieden. „Heute hatten wir vier Läuferinnen unter den besten 30, daher sind wir rundum zufrieden angesichts der Bedingungen. So könnte es weiter gehen“, sagte er.

Antonia Fräbel (Asbach/+1:09,3) hatte als 17. allerdings Pech, da sie die halbe Olympia-Norm (1xTop 8 oder 2xTop 15) nur um zwei Ränge verpasste. Carl und Hennig haben das Peking-Ticket sicher. Für eine Überraschung sorgte Katherine Sauerbrey (Steinbach-Hallenberg), die im ersten Einzel-Rennen ihrer Weltcup-Karriere als 21. in die Punkte lief.

Carl machte in der nassen Loipe auf der letzten Runde noch viel Boden gut, zu den Top Ten fehlten nur 4,9 Sekunden. „Es waren schwierige Bedingungen, daher freue ich mich sehr über das Ergebnis“, sagte die 26-Jährige. Niskanen hatte im Kampf gegen die Uhr das beste Material und lief in 27:04,0 Minuten einen klaren Vorsprung von 18,2 Sekunden auf die Schwedin Ebba Andersson heraus.

Wenig später trotzte auch Brugger dem Schneeregen und verpasste über 15 km die fünfte Top-Ten-Platzierung seiner Karriere um 2,2 Sekunden. Friedrich Moch und Routinier Jonas Dobler, die die Peking-Norm bereits erfüllt haben, landeten auf den Rängen 30 und 31. Nicht zu stoppen war Niskanen, der nach 34:51,7 Minuten vor Tour-Titelverteidiger Alexander Bolschunow (Russland) siegte.

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