München – Beim FC Bayern geht’s auch zwischen den Jahren heiß her. Der Grund: Derzeit ermittelt das Hauptzollamt München im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I gegen den Vorstand des FC Bayern. Dabei soll es um mögliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz bei der Bezahlung von Jugendtrainer gehen. Nun hat sich Vorstandschef Oliver Kahn (52) zu den Vorwürfen geäußert: „Selbstverständlich kooperieren wir in dieser Angelegenheit vollumfänglich mit den Behörden. Es liegt in unserem Interesse, dass diese Vorgänge restlos aufgeklärt werden.“
Hierbei gilt zu beachten, dass bei Ermittlungen gegen eine AG stets zuerst gegen den Vorstand ermittelt wird und die Schuld einzelner Personen erst im weiteren Verlauf des Verfahrens abschließend geklärt wird. Der deutsche Rekordmeister ist nicht der erste Bundesliga-Klub, gegen den in diesem Jahr derartige Vorwürfe erhoben werden. Im Sommer waren bereits die Geschäftsräume des FC Augsburg durchsucht worden. Laut Zoll ging es dabei um die „Beschäftigungs- und Entlohnungsmodalitäten von nebenamtlich bzw. ehrenamtlich beschäftigten Fußballtrainern“.
Nach Corona-Chaos, Impf-Debatte und misslungener Jahreshauptversammlung geht das Jahr für die Bayern auch turbulent zu Ende.
Aus der jüngsten Mitgliederversammlung haben die Münchner Macher jedoch ihre Schlüsse gezogen, wie Kahn im Bayern-Podcast erzählt: „Wir haben mitgenommen, dass das Thema Katar ein sehr wichtiges Thema ist“, berichtet Kahn und verrät: „Ganz konkret sind wir jetzt dabei, den Dialog aufzusetzen. Wir überlegen: Wen involvieren wir? In welcher Regelmäßigkeit machen wir das? Definieren wir dann auch klare Milestones (Meilensteine) und Ziele, die es zu erreichen gilt.“
Das sei eine wichtige Lehre aus der Jahreshauptversammlung gewesen. Künftig wolle der Verein noch genauer hinhören und „den Dialog, den wir führen, ausbauen und verbessern“. Generell habe den Vorstandsvorsitzenden die chaotische Jahreshauptversammlung „mehr als beschäftigt. Es ist der Eindruck entstanden: Wir würden wenig Dialog führen und wenig mit unseren Fans kommunizieren. Das Gegenteil ist der Fall.
So hätten Kahn und Präsident Herbert Hainer in der Vergangenheit digitale Meetings mit dem Arbeitskreis Fan-Dialog organisiert, um den Anhängern einen Einblick zu geben, was im Klub aktuell passiert. Diese Transparenz ist nun auch bei den aktuellen Ermittlungen gefragt. MANUEL BONKE
Auch gegen den FC Augsburg wurden derartige Vorwürfe erhoben