Ab und zu ein „kleines Wunder“

von Redaktion

Die Tölzer Löwen sind platt, liefern aber eine kämpferische Glanzleistung ab

Bad Tölz – Kevin Gaudet, Trainer der Tölzer Löwen, hatte mit dem Schlimmsten gerechnet und eine Klatsche gegen die Heilbronner Falken nicht ausgeschlossen. Hatte sogar seinen blutjungen Torhüter prophylaktisch in Schutz genommen, den er für den scheinbar ausgelaugten Jimmy Hertel zwischen die Pfosten stellte. Und für das Spiel gegen Crimmitschau hoffte er auf „ein kleines Wunder“, damit sich der immer stärker dezimierte Kader passabel verkaufen würde. Zuletzt fielen Verteidiger Dominik Bohac und Tyler McNeely, zweitbester Scorer, aus.

Es kam anders. Beim 4:7 im Heimspiel vor dem Jahreswechsel verloren die Tölzer Löwen zwar deutlich, aber hielten das Spiel eine Weile offen. Und in Weißwasser holten sie einen nie gefährdeten 4:0-Sieg. Der zuvor angezweifelte Torhüter Hertel machte ein Bombenspiel und verdiente sich seinen ersten Shutout mit den Löwen durch hervorragende Paraden. „Wir haben viele Schüsse geblockt, hatten einen überragenden Torhüter und etwas Puckglück“, resümierte Gaudet.

Die Löwen waren von Beginn an hellwach und strahlten mit 12:5 Torschüssen im ersten Drittel mehr Gefahr aus. Dennis Millers 1:0 war der einzige Treffer, aber im Mittelabschnitt sorgten die Tölzer für klare Verhältnisse, auch weil die Ostsachsen durch unnötige Strafzeiten nie Zugriff bekamen. „Wir haben ein perfektes Spiel gebraucht, um hier so zu gewinnen – das haben wir fast durchgehend hinbekommen“, freute sich Gaudet.

Das war gegen Heilbronn nicht der Fall. War aber auch gar nicht der Anspruch. Zwar hielt das kleine Löwenrudel –13 Feldspieler, Gaudet wollte bereits nach 20 Minuten ein Zeichen setzen, tauschte Hertel gegen Josef Hölzl im Tor aus – einigermaßen mit. Doch schon im ersten Drittel zogen die Gäste, meist in Überzahl, auf 4:1 davon. „Wir waren platt“, räumte Gaudet ein. „Wir hatten die Chance, uns zurückzukämpfen, aber uns hat die Energie gefehlt.“ So kamen die Löwen zwar noch einmal auf 3:4 heran. Aber Heilbronn war oft schneller an der Scheibe, erhöhte auf 7:3.

Ein kleines Wunder brauchen die Löwen auch am Mittwoch wieder, wenn sie bei Spitzenreiter Ravensburg ranmüssen. NICK SCHEDER

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