Nach Corona-Absage: EHC kämpft um zweites Halbfinale

von Redaktion

Neue Fälle, auch mit Omikron: Fliegt Münchens Eishockey-Team nun aus der Champions League?

VON GÜNTER KLEIN

München – Am Dienstag um 13.33 Uhr verbreiteten die Iserlohn Roosters eine Meldung, die auch im Hunderte von Kilometern entfernten München von Belang sein sollte. 25 Corona-Fälle verzeichnete der sauerländische Club der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in seiner Mannschaft und ihrem Umfeld, nur vier Spieler wären noch spielfähig gewesen. Die ersten drei positiven Tests hatte Iserlohn an Silvester gehabt – unmittelbar nach der Rückkehr aus München. Am 30. Dezember hatten die Roosters beim EHC gespielt und nach Penaltyschießen gewonnen.

Gut möglich, dass am vorletzten Abend des alten Jahres einiges an Virenlast ausgetauscht wurde, denn drei Stunden nach der Iserlohner Mitteilung lief auch die der Münchner: „Mehrere Spieler . . . wurden bei den routinemäßigen Corona-Testungen positiv auf das Covid-19-Virus getestet. Dabei zeigte sich nach Gesamtgenomsequenzierung auch mindestens eine Infektion mit Omikron.“ Die Folge: Das Gesundheitsamt München stellte die komplette Mannschaft des EHC unter Quarantäne, was wiederum bedeutete, dass das für den Dienstagabend angesetzte Halbfinal-Hinspiel in der Champions Hockey League gegen Tappara Tampere aus Finnland abgesagt werden musste.

Es ist das zweite Mal, dass es den EHC erwischt. Die erste Welle mit 22 Fällen (18 Spieler) unterbrach im Oktober den Betrieb für eineinhalb Wochen, mit einer Rumpftruppe bestritt der EHC schließlich vier DEL-Partien.

Für den EHC nun eine vorrangige Frage: Wie geht es in der Champions Hockey League (CHL) weiter? Monika Reinhard, Kommunikationsdirektorin der Liga, sagte unserer Zeitung, man sei mit der Münchner Seite überein gekommen, den Freitag abzuwarten – dann weiß der EHC vom Gesundheitsamt mehr über die (Fort)dauer der Quarantäne. Sollte der EHC kommenden Dienstag in der Lage sein, in Tampere anzutreten, wäre es eine Option, dieses eine Spiel über den Einzug ins Finale entscheiden zu lassen. Einen Präzedenzfall gab es im Achtelfinale, als zwischen HC Bozen und Lukko Rauma nur eine Begegnung stattfinden konnte.

„Weil wir jetzt aber im Halbfinale sind“, so Monika Reinhard, sei die CHL daran interessiert, eine Entscheidung durch ihr für Wertungsfälle gebildete Covid-19-Komitee zu vermeiden. „Es entscheidet von Fall zu Fall, wir haben keine grundsätzliche Regelung, dass ein Spiel, zu dem eine Mannschaft nicht antreten kann, automatisch für den Gegner gewertet wird.“

Problem: Es gibt eigentlich keine Ausweichtermine „im internationalen Kalender“, wie Reinhard sagt. Der Februar gehört den Olympischen Spielen, das Finale in der Champions League soll Anfang März steigen.

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