Rose bläst zum Angriff

von Redaktion

Dortmunds Coach will von seinen Profis wieder Fußball mit Ausstrahlung sehen

Dortmund – Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen, hat Marco Rose eigentlich keine. Nach einem Jahresabschluss voller Enttäuschungen liegt der Fokus des Trainers von Borussia Dortmund auf dem kniffligen Neustart an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt. Doch zwangsläufig denkt Rose dabei an den furiosen Saisonauftakt gegen die Hessen (5:2). Zu diesem mitreißenden BVB-Spielstil will er schnell zurückkehren.

„Dortmund soll für Fußball stehen, der etwas ausstrahlt“, verkündete Rose angriffslustig. Doch der Weg dorthin ist steinig. Nach nur vier Punkten aus vier Spielen im Dezember ist der Rückstand des Tabellenzweiten auf Spitzenreiter FC Bayern vor Beginn der Rückrunde auf neun Punkte angewachsen. Auch mit der „spielerischen Darbietung“ sei er „zuletzt unzufrieden“ gewesen, meinte Rose. Jetzt gehe es darum, eine „gute Balance zu finden“ und „Ergebnisse zu holen“.

Dafür forderte der 45-Jährige von seiner Mannschaft eine bessere Defensivleistung. „Wir müssen unser eigenes Tor konsequenter verteidigen. Wir wollen weniger Gegentore bekommen. Das ist der wichtigste Punkt“, sagte Rose nach 26 Gegentreffern in den 17 Hinrundenspielen und nahm Abwehrchef Mats Hummels besonders in die Pflicht: „Ich erwarte, dass er Verantwortung übernimmt.“

In Frankfurt werden die Dortmunder Abwehrkräfte gleich auf eine harte Probe gestellt. „Frankfurt ist sehr stabil und hat sich über Monate Automatismen erarbeitet“, lobte Rose und fügte an: „Da kommt viel Wucht und Energie, aber auch viel fußballerische Qualität. Da müssen wir bereit sein.“

Bereit war der BVB zunächst oft in dieser Saison. Doch im Laufe der Hinrunde wurden die Leistungen immer schwankender, auch aufgrund einer langen Ausfallliste. Die ewige Mentalitätsdebatte kann Rose nicht mehr hören: „Wir haben kein Problem mit der Einstellung. Es geht aber um Haltung. Das ist etwas anderes.“

Nach der kurzen Winterpause hätten sich seine Spieler „gut erholt“ präsentiert. Die freien Tage seien „gut für den Kopf“ gewesen. Das trifft auch auf Erling Haaland zu. „Er kam gut gelaunt zurück und ist hochmotiviert“, berichtete Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. Die Diskussion um einen möglichen Wechsel des norwegischen Sturmjuwels soll den DFB-Pokalsieger nicht mehr lange begleiten. „Wir werden mit Erling und seinem Team die Situation intensiv besprechen“, sagte Kehl, der noch immer auf den Verbleib hofft: „Es wäre gut, wenn sich eine Entscheidung nicht ewig hinauszieht.“

Haaland besitzt noch einen Vertrag bis 2024. Im Sommer kann er aber für eine Ausstiegsklausel von kolportierten 75 Millionen Euro wechseln. Angesichts des Rückstands auf die Spitze geht es für den BVB in erster Linie darum, „die Champions League auch zu sichern“, betonte Kehl. Man habe aber „den Kampf in der Liga und allen anderen Wettbewerben noch nicht aufgegeben“. Dieser beginnt in Frankfurt. Dabei fehlen Manuel Akanji (nach Knie-OP), die positiv auf Corona getesteten Dan-Axel Zagadou und Marius Wolf sowie Giovanni Reyna nach langer Verletzungspause.  sid

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