München – Paul Wanner machte mit seinem Einsatz am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach den Anfang: Mit 16 Jahren und 15 Tagen ist Wanner der zweitjüngste Debütant der Bundesliga-Geschichte. Nur der Dortmunder Youssoufa Moukoko war mit 16 Jahren und einem Tag jünger. Keine 24 Stunden nach der Wanner-Premiere zog Sidney Raebiger von RB Leipzig mit 16 Jahren, acht Monaten und 22 Tagen nach. Damit ist Raebiger der drittjüngste Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Sein Profi-Debüt feierte der Leipziger bereits im August unter Jesse Marsch, als er beim 4:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Sandhausen noch drei Minuten mitspielen durfte. Das Wochenende unter dem Motto „Jugend forscht“ beschloss der 17-jährige Melkamu Frauendorf, der auf der Insel für den FC Liverpool zum ersten Profi-Luft schnuppern durfte.
Gut für Deutschland: Alle drei Jung-Kicker spielen bereits in den Nachwuchs-Nationalmannschaften des DFB. Wanner und Raebiger in der U 17, Frauendorf in der U 18. Während Raebiger beim DFB auf gerade einmal 35 Minuten Einsatzzeit kommt und immerhin einen Treffer erzielte, stand Wanner bereits in sieben Partien auf dem Platz – und steuerte in diesen Partien zwei Tore und drei Vorlagen bei.
Kein Wunder, dass die Bundesliga-Konkurrenz bereits ein Auge auf das Bayern-Juwel geworfen hat, dessen Vertrag in München am 30. Juni 2022 ausläuft. Zwar ist in diesen Tagen in diversen Gazetten zu lesen, dass ein Verbleib keinesfalls gewiss sei und der Club seinem Ausnahmetalent eine Perspektive bieten müsse, doch nach Informationen unserer Zeitung ist der FC Bayern Wanners erster Ansprechpartner, wenn es um die weitere Planung seiner fußballerischen Zukunft geht.
Einen klaren Plan verfolgen die leitenden Campus-Angestellten um Nachwuchschef Jochen Sauer und den Sportlichen Leiter Holger Seitz mit Wanner nicht erst seit dessen Profi-Debüt: Der Offensivspieler hat die B-Jugend quasi übersprungen, kam in dieser Saison in erster Linie bei den Münchner A-Junioren zum Einsatz. Darum feierte er im September bereits seinen ersten Rekord: Durch seinen Einsatz in der Nachwuchs-Champions-League gegen Dynamo Kiew wurde er zum jüngsten Youth-League-Spieler des FC Bayern.
„Paul muss klar bleiben im Kopf, dann stehen ihm Tür und Tor offen. Er ist einunfassbares Talent, sehr schnell, sehr ballsicher, mutig“, sagte Bayern-Cheftrainer Julian Nagelsmann nach dem Gladbach-Spiel.
Entscheidender im Hinblick auf Wanners Zukunft dürften jedoch die Worte gewesen sein, die der Landsberger Fußballlehrer im Vorfeld der Partie wählte: „Er ist ein Spieler, den ich im Auge habe, und den wir in Zukunft fördern müssen.“
Der Münchner Trainer weiß nicht nur über Wanner, sondern auch über dessen Nationalmannschaftskollegen Raebiger Bescheid. Denn: Schon mit 15 hatte der in Freiberg im Erzgebirge geborene Mittelfeldspieler unter Nagelsmann in Leipzig mittrainieren dürfen. Domenico Tedesco ist nach Nagelsmann und Marsch nun schon der dritte Leipziger Profitrainer, der viel von Raebiger hält. Gute Aussichten für die Zukunft.
Und Frauendorf? Der wechselte 2020 aus der Jugendabteilung der TSG Hoffenheim zum FC Liverpool, wo er aktuell eine starke Saison für die U 18 der Reds spielt. Vier Tore und vier Assists stehen für Frauendorf in elf Ligaspielen zu Buche. Grund genug für Jürgen Klopp, seinen Landsmann im FA Cup gegen Shrewsbury Town einzuwechseln. bok, pk