München – Es könnte für die Basketballer des FC Bayern zum Rezept für diese wechselhafte Spielzeit werden: Wenn gar nichts geht, dann muss Zalgiris Kaunas herhalten. Zu Beginn der Saison holten die Litauer das Team von Trainer Andrea Trinchieri aus der Tristesse eines 0:4-Starts. Gestern setzte Kaunas einer Münchner 0:3-Serie ein Ende. Nach dem 74:65 (34:33) richten die Bayern die Blicke wieder vorsichtig nach oben. Zumindest bis zum Donnerstag: Dann wartet gegen AS Monaco schon das nächste Pflichtstück.
Eine der großen Fragen war ja: Welche Schlüsse würden die Bayern ziehen aus den matten Auftritten wie zuletzt am Sonntag bei der Niederlage gegen Chemnitz? Trinchieris größter Schluss war der: Vor allem schneller würde man spielen müssen. Lag nahe gegen das mit Abstand langsamste Team der Euroleague.
Das Dumme ist: Tempo ist bislang auch nicht die Münchner Kernkompetenz in Europa – man ist die Nummer 16 im Feld der 18 Teams. Und so taten sich die Bayern, abgesehen vielleicht von Corey Walden, vor allem in der Offensive auch lange schwer gegen ein Team, das halt auch vor allem ziemlich verbissen zupackte. Aber Trinchieri ahnte schon zur Pause: „Wir werden die Würfe finden.“
Und das taten sie dann ja auch, seine Münchner. Die Bayern kamen zielstrebiger aus der Kabine zurück. Nicht zuletzt Ognjen Jaramaz gab die Richtung vor. Der junge Serbe verteidigte stark und wuselte vorne munter durch die Reihen der Gäste. Mit 16 Punkten garnierte er am Ende seine starke Vorstellung. Man kann langsam aber sicher erahnen, warum die Bayern-Verantwortlichen diesen Ognjen Jaramaz als zukünftiges Rückgrat des Vereins sehen.
Doch nicht nur Jaramaz – das ganze Bayern-Team lieferte eine zweite Halbzeit, die hoffen lässt für die Dinge, die in den kommenden Wochen und Monaten noch kommen mögen. Die Münchner spielten konzentriert (nur zehn Ballverluste), sie ließen den Ball gut laufen. Gut genug um das so sehr ersehnte Erfolgserlebnis einzufahren.
Matchwinner Ognjen Jaramaz atmete entsprechend tief durch: „Die Energie war sehr gut bei uns heuite. Das war enorm wichtig nach so vielen Niederlagen für uns zuletzt.“