Peking – Der olympische Albtraum von Kim Meylemans endete kurz vor Mitternacht. Es klopfte an der Zimmertür, der Fahrservice stand bereit – und am späten Mittwochabend ging es für die Skeleton-Pilotin vom Quarantäne-Hotel doch noch ins olympische Dorf in Yanqing. Es war der Abschluss einer Odyssee, wie sie Athleten aus aller Welt vor den Spielen gefürchtet hatten. „Es scheint, mein Video und die Bemühungen meines NOKs haben sich ausgezahlt“, sagte die in Amberg geborene, aber für Belgien startende Athletin in einer Videobotschaft auf Instagram. Die Tränen, die sie Stunden zuvor in einem emotionalen Hilferuf vergossen hatte, waren getrocknet. Völlig aufgelöst hatte die 25-Jährige in einem Videoclip von ihrem Schicksal berichtet. Bei der Einreise in Peking war ein PCR-Test der Sportlerin zunächst positiv ausgefallen, anschließend wurde sie dreimal negativ getestet. „Ich dachte, ich dürfte nun ins Olympische Dorf fahren“, beschrieb Meylemans: „Der Krankenwagen ist aber in eine andere Einrichtung gefahren.“ In dieser entstand dann das Video, das auch das Internationale Olympische Komitee auf den Plan rief. Nachdem das IOC von der „schwierigen Situation“ der Athletin erfahren hatte, habe es sofort Kontakt mit dem belgischen Komitee aufgenommen, um sicherzustellen, dass der Sportlerin schnell angemessene Hilfe angeboten werde.