Nachtschichten für die Olympia-Fans

von Redaktion

TV-Vorschau für Peking: ARD setzt auf Frauen-Duo – Eurosport mit virtuellem Studio

VON JÖRG HEINRICH

München – Kaum war Olympia, ist schon wieder Olympia. Ein halbes Jahr nach der Schlussfeier der Sommerspiele in Tokio starten am Freitag die Winterspiele in Peking. ARD, ZDF und Eurosport übertragen 17 Tage live – und wollen den Zuschauern trotz Politik und Corona Lust auf Wintersport machen. Auch wenn Stars und Medaillen im Mittelpunkt stehen sollen, wird in China vieles anders sein als bei Olympia gewohnt. ARD-Teamchef Christoph Netzel erwartet fürs Fernsehen „die kompliziertesten Spiele aller Zeiten“. ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann hofft auf ungestörte Olympiaberichte: „Wir verlassen uns auf die Zusage des IOC, frei berichten zu können.“ Wir verraten, wie die Winterspiele bei den drei Sendern zu sehen sind.

Sendezeiten: Nach Pyeongchang 2018 und Tokio 2021 finden die Spiele zum dritten Mal in Serie in Asien statt. Das bedeutet erneut Nachtschichten für Olympia-Fans. Weil uns China sieben Stunden voraus ist, beginnen die Wettbewerbe um 2.00 Uhr deutscher Zeit. Die Abfahrt der Männer startet zum Beispiel Sonntagfrüh (6. Februar) um 4 Uhr. Dafür sind Abend-Events wie das Skispringen kommenden Sonntag ab 12 Uhr ganz gemütlich am deutschen Mittag oder Nachmittag zu sehen. Um 17 Uhr unserer Zeit ist Schluss in China. ARD: Erstmals seit Langem berichten sowohl ARD als auch ZDF nicht aus einem Studio in der Olympia-Stadt – sondern aus dem gemeinsamen Sendezentrum am Mainzer Lerchenberg. Das liegt an der komplizierten Lage in Peking, spart aber auch Geld. Im Ersten moderieren Julia Scharf und Jessy Wellmer die langen Live-Strecken. Sie feiern damit eine Premiere, wie Julia Scharf vom BR verrät: „Ich freue mich unglaublich, dass wir das erste Frauen-Duo sind, das Olympia im Ersten moderiert.“ Topexperten wie Felix Neureuther (Alpin) oder Sven Hannawald (Skispringen) analysieren die Wettbewerbe. Vor Ort sind nur wenige Reporter – von denen Claus Lufen und Michael Antwerpes bereits positiv auf Corona getestet wurde. Größere Olympia-Zusammenfassungen im Hauptabendprogramm gibt es weder im Ersten noch im Zweiten. Die ARD zeigt das Wichtigste aber immer um 19.48 Uhr. In der Mediathek laufen bis zu sechs Livestreams parallel, und alle Wettbewerbe lassen sich dort nachholen.

ZDF: Hier beginnt Olympia am Freitag um 13 Uhr mit der Eröffnungsfeier. Genau wie die ARD überträgt auch das ZDF rund 120 Stunden live – also 15 Stunden pro Tag. Im Studio steht das Duo Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne, das ebenso bewährt ist wie die Experten von Marco Büchel (Alpin) bis Toni Innauer (Skispringen). Neu bei TV-Olympia ist Laura Dahlmeier, die Biathlon erklärt. Im Heute-Journal ab 21.45 Uhr läuft ein längerer Olympia-Block. Und auch in der ZDF-Mediathek gibt es Livestreams sowie die vergangenen Wettbewerbe auf Abruf.

Eurosport: „Die Heimat der Olympischen Spiele“ überträgt erneut mit Riesenaufwand rund um die Uhr. 300 Stunden sind kostenlos bei Eurosport 1 zu sehen. Weitere 700 Stunden gibt es im Stream bei Joyn+ für 6,99 Euro im Monat – wobei der erste Monat und damit die kompletten Spiele zum Testen gratis ist. Mit einem HD+-Abo für 6 Euro im Monat und Sat-Empfang zeigt Eurosport Peking 2022 als einziger deutscher Sender in 4K. Attraktion des Programms soll das virtuelle Olympia-Studio „The Cube“ sein, das aussieht, als wäre es direkt in eine Bergwand hineingebaut. Dort erklären Experten von Fritz Dopfer und Vicky Rebensburg (Ski Alpin) über Aljona Savchenko (Eiskunstlauf) bis zu Martin Schmitt (Skispringen) alles mit modernster Technik, bei der 3D-Sportler im Studio von der Schanze springen oder Bob fahren. Die Highlight-Show mit Fabian Hambüchen läuft um 17 und um 21.45 Uhr.

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