OLYMPIA IN KÜRZE

Peiffer schießt scharf gegen Bach Freitag: „Sport ist natürlich politisch“

von Redaktion

Sportpolitik

Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer hat IOC-Präsident Thomas Bach wegen der Winterspiele in Peking harsch kritisiert. Bach mache sich „zum Komplizen eines Systems, das Menschenrechte nicht achtet“, sagte der 34-Jährige im NDR-Interview: „Ich denke da an die Uiguren, an Hongkong und an die fehlende Meinungsfreiheit. Menschen, die sich frei äußern, oder Aktivisten werden mundtot gemacht. Und es gibt auch Leute, die verschwinden.“ Er sehe den Sport „immer eng verzahnt mit der Politik“, führte der Sprint-Goldmedaillengewinner aus: „Thomas Bach argumentiert immer, die Olympischen Spiele seien unpolitisch. Das ist aus meiner Sicht Augenwischerei.“ Vielmehr könne China samt seines Systems bei den Spielen nun „die eigene Stärke betonen. Die Athleten spielen da nur eine Statistenrolle.“

Die frühere Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag hat die Vergabe der Olympischen Winterspiele nach Peking kritisiert. „Allein die Tatsache, dass diese Spiele ja nicht von einer Athletin oder einem Athleten eröffnet werden, sondern vom Staatspräsidenten, das zeigt doch wie politisch diese Spiele sind“, sagte die SPD-Politikerin Bayerischen Rundfunk. Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, habe einen absoluten Denkfehler gemacht: „Sport ist natürlich politisch.“ Freitag wies darauf hin, dass es in China Internierungslager gibt, in denen Uiguren umerzogen würden. „Wenn wir alle morgen am Fernseher sitzen und die Eröffnungsfeier schauen sollten, muss man sich immer klarmachen, zum selben Zeitpunkt werden dort Menschen gefoltert“, sagte sie einen Tag vor dem Olympia-Start. Auf die Frage, ob sie sich die Eröffnungsfeier anschauen werde, sagte sie: „Ich möchte wirklich sehen, mit welchen „best buddies“ Thomas Bach auf der Tribüne sitzen wird.“

Artikel 1 von 11