München – Man möchte meinen, dass die aktuelle Tabellenlage in der Bundesliga bei nunmehr neun Punkten auf den BVB zur allgemeinen Glückseligkeit einlädt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Unruhe rund um den FC Bayern nimmt von Tag zu Tag zu – und daran ist beileibe nicht nur der Abgang von Niklas Süle zur Konkurrenz aus dem Westen schuld.
Gestern Vormittag an der Säbener Straße: Spieler der Münchner begeben sich auf den Trainingsplatz, andere Spieler wiederum nicht. Die Rede ist von Jamal Musiala, Sven Ulreich, Kingsley Coman und Benjamin Pavard, die sich damit – zumindest teilweise in die Liste der bereits bekannten Ausfälle von Leon Goretzka (Knieprobleme), Alphonso Davies (Myocarditis) und Manuel Neuer (Knie-OP) einreihen. Besorgniserregend: Es sieht ganz so aus, als ob sich das Virus wieder in die Kabine der Roten geschlichen hat.
Wie der FCB kurz darauf mitteilte, ist Musiala positiv getestet worden. Die Frage ist nur: Wie sieht es beim Rest aus? Auch bei Ersatzkeeper Ulreich bestand der Verdacht auf Covid, was die Lage im Tor der Bayern mit Blick auf Neuers mehrwöchigen Ausfall zusätzlich erschwert hätte. Gestern absolvierte Christian Früchtl, dritte Kraft im FCB-Tor, eine intensive Einheit. Schließlich folgte am Nachmittag aber die Entwarnung: Ulreichs Test war negativ, der Keeper ist am Samstag in Bochum dabei.
Weiteres Thema: die Zukunft von Robert Lewandowski ist noch immer ungewiss. Das liegt nicht nur daran, dass der Pole seinen 2023 auslaufenden Kontrakt in München nach wie vor nicht verlängert hat, sondern vielmehr an seinem wieder aufflammenden Traum von Real Madrid. Laut der spanischen Sportzeitung „AS“ sollen die Verhandlungen mit den Münchner Bossen auch deshalb stocken, weil sich der Weltfußballer im Sommer neu orientieren will. Hinzu kommt, dass man bei den Königlichen immer skeptischer ist mit Blick auf die Wunschverpflichtung von Erling Haaland, womit Lewandowski zwangsläufig wieder ein Thema in der Madrider Machtzentrale geworden ist. Lewy hält sich diese Tür offen, denn er weiß: Verkauft ihn der FCB nicht im Sommer, droht er nach David Alaba und Süle zum nächsten ablösefreien Abgang für die Münchner zu werden.
Stichwort Süle: Es scheint ganz so, als ob der Verteidiger mit seinem BVB-Wechsel auch die Fans vor den Kopf gestoßen hat. „Die Wahl des Vereins spricht für eine fehlende Identifikation mit dem FC Bayern. Von Mia san Mia keine Spur!“, kritisiert ein Anhänger der Münchner offen bei Sport1. „Es wird jetzt stark von seinen Leistungen abhängen, wie die Fans reagieren.“
Keine Frage: Es brodelt bei den Bayern.