Kanada? Ein Sieg soll her!

von Redaktion

Das deutsche Eishockey-Team startet selbstbewusst ins Olympia-Turnier – Müller: „Will Gold“

Peking – Bei der Goldshow von Chinas Schneeprinzessin Eileen Gu stimmten sich Moritz Müller und Co. auf ihre eigene Olympia-Mission ein. „Wenn die Medaillen vergeben werden, ist es immer ein sehr ergreifender Moment“, sagte der Kapitän der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft nach dem gemeinsamen Abstecher zum Freestyle-Ski.

In anderthalb Wochen wollen die deutschen Spieler in Peking selbst Edelmetall in Empfang nehmen – wie bei der Silbersensation vor vier Jahren in Pyeongchang. 2018 gingen sie noch als Außenseiter ins olympische Turnier, diesmal sind die Ansprüche gestiegen. „Die Erwartungshaltung außerhalb ist auf jeden Fall ein Sieg“, sagte Müller mit Blick auf das Auftaktspiel an diesem Donnerstag (14.10 Uhr MEZ/ZDF und Eurosport) gegen Kanada, „und das ist auch die, die wir haben.“

Die Parallelen zu Südkorea sind offensichtlich: Wieder sind die Stars aus der NHL nicht dabei, die deutsche Mannschaft ist eine gewachsene Einheit, die über Jahre zueinander gefunden hat. Das Motto „Glaube, Wille, Leidenschaft“ prangt wieder in der Kabine. Und auch die WhatsApp-Gruppe ist schon eingerichtet: „Mission Gold“ wie in Pyeongchang heißt sie diesmal nicht, „Olympia 2022, aber mit ganz vielen Goldmedaillen drin“, verriet Stürmer Marcel Noebels, einer von zehn verbliebenen Silberhelden im Team. „Es fühlt sich ähnlich an wie 2018“, meinte Angreifer David Wolf.

Doch zu sehr in der Vergangenheit schwelgen wollen sie nicht. „Für mich ist das eine neue Reise“, betonte Müller, „es geht von vorne los.“ Enorm gewachsen ist das Selbstbewusstsein. Der Kapitän erklärte ganz offen, dass er nach Peking gereist sei, „um Gold zu gewinnen“. Die Nationalmannschaft sei vom „hässlichen Entlein“ zu einem „kleinen Schwan“ geworden, sagte der 35-Jährige der „Sport Bild“. Und sein Verteidigerkollege Jonas Müller, der die DEB-Auswahl im Finale vor vier Jahren in Führung geschossen hatte, meinte: „Das Halbfinale ist Pflicht.“

Das Erfolgsrezept soll dasselbe sein wie 2018: „Bei uns geht es nur über den Teamgeist“, betonte Noebels, der zusammen mit den anderen verbliebenen Silbermedaillengewinnern nach dem Abschied von Kapitän Marcel Goc oder Fahnenträger Christian Ehrhoff zu den Führungsspielern aufgestiegen ist. Hinzugekommen sind ehemalige NHL-Spieler wie Tom Kühnhackl und Tobias Rieder, die vor vier Jahren noch zuschauen mussten.

„Ich bin einfach nur froh, dass ich hier sein darf“, sagte der 30-jährige Kühnhackl, der in Peking eine Familientradition fortsetzen will. Sein Vater Erich gewann 1976 in Innsbruck überraschend Bronze und musste jahrzehntelang von diesem einmaligen Eishockey-Wunder erzählen – bis die Silberhelden von Pyeongchang kamen.

So lange will niemand mehr warten. „Wir müssen die Leistung auf dem Eis bringen“, sagte Wolf, „damit man als Einheit eingeschworen durch das Turnier marschieren kann. Wir müssen jetzt herausfinden, ob wir das genauso wie 2018 machen können.“ Daran hat Müller keine Zweifel: „Das letzte Bisschen, was das Ganze zusammenschweißt, muss im Spiel entstehen. Das Fundament ist gelegt.“  sid

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