Die ersten der rund zwanzig Fans waren schon um drei Uhr nachts ins Germeringer Ristorante „Villini“ gekommen. Schließlich startete zu früher Stunde Lena Dürr, der Stolz des SV Germering. Und als es im zweiten Lauf zunächst nach Gold aussah, da war der Jubel noch riesig. Am Ende aber wurde mit der Slalom-Vierten getrauert. „Das ist Schicksal“, sagte Gaby Liebl, „eine gute Leistung, aber letztlich doch schade.“
Gaby Liebl hatte mir ihrer Freundin Bärbel Lachnit das kleine Event veranstaltet. Ihr Friseurladen liegt neben dem Ristorante, sie hat Lena schon als Kind die Haar geschnitten. Liebls Geschäft ist so etwas wie die Keimzelle des inoffiziellen Lena-Dürr-Fanclubs. „Wir sind alle Sportverrückte, Lena-Dürr-Fans“, erklärte Florian Ellis (47). Sein Fazit: „Das ist aber auch so was von schade.“ Bärbel Lachnit meinte: „Ich bin ganz traurig.“
Papa Peter Dürr, selbst zweimaliger Olympiateilnehmer, stieß erst nach dem Rennen zu den Fans. Seine Bilanz: „Ich habe sofort gesehen, dass Lena einen sauguten ersten Lauf hinlegte. Aber vielleicht war die Ausgangsposition für Lena nicht gut.“ Als Gejagte in den zweiten Lauf zu gehen, sei Lena nicht gewohnt: „Das war in ihrer Karriere noch nie der Fall. Im zweiten Lauf ist sie im Mittelteil zu vorsichtig gefahren. Der vierte Platz ist zwar super, aber bei Olympia halt gar nix.“ Mama Gaby Dürr verfolgte das Rennen daheim am Fernseher. Sie sei zwar enttäuscht, „aber auch stolz auf den vierten Platz unserer Tochter“, sagte Peter Dürr.
DIETER METZLER