3:0 – BVB nutzt Bayern-Patzer

von Redaktion

Berlin – Marco Reus ignorierte alle Pfiffe und Beleidigungen. In dicker Winterjacke analysierte der Matchwinner von Borussia Dortmund am DAZN-Mikrofon ruhig das immens wichtige 3:0 (2:0) bei Union Berlin – obwohl hinter ihm die Fanseele kochte. Als „Schwalbenkönig“ und „Penner“ musste sich der BVB-Kapitän an der Alten Försterei beschimpfen lassen, wie schon während des gesamten Spiels.

Das Ergebnis an sich und die neue Spannung im Bundesliga-Titelkampf verhinderten allerdings jeden tieferen Ärger. „Das tut sehr gut“, sagte Doppel-Torschütze Reus, der sich im vergangenen April gegen Union eine Schwalbe mit Nachwirkungen geleistet hatte. „Wir wollten diesen Kampf annehmen, das haben wir hier in den vergangenen Jahren zu selten getan.“

So schnell geht’s: In der vergangenen Woche noch für ein 2:5 gegen Bayer Leverkusen verspottet, wird die Borussia nun wieder als Bayern-Jäger gehandelt. Noch sechs Punkte ist der Münchner Dauerrivale entfernt. „Wir schauen nur auf uns“, beteuerte Reus, „sofern wir nicht konstanter werden, ist das eh kein Thema.“ Die Provokationen schienen ihn beflügelt zu haben, und so fiel das Fehlen des weiter verletzten Starstürmers Erling Haaland kaum ins Gewicht. Reus traf zum 1:0 (18.) und 2:0 (25.), Raphael Guerreiro (71.) stellte den Endstand her. „Wir haben eine Reaktion gezeigt“, sagte Reus.

Der erste Bundesligasieg im dritten Versuch bei Union gibt dem Team von Trainer Marco Rose zudem Rückenwind für das Hinspiel-Duell in der Zwischenrunde der Europa League am Donnerstag gegen die Glasgow Rangers. Die Berliner sind ohne ihren abgewanderten Topscorer Max Kruse aus dem Tritt und müssen um die erneute Europacup-Qualifikation bangen.

Die Berliner erwischten den etwas besseren Start und hatten durch Sheraldo Becker, der von Taiwo Awoniyi schön freigespielt worden war, die erste Chance des Spiels (4.). Danach übernahm der Gast die Kontrolle, doch mit dem vielen Ballbesitz konnte Dortmund zunächst wenig anfangen – ehe Reus mit der ersten BVB-Chance zuschlug. Der Nationalspieler vollstreckte nach Vorarbeit von Mahmoud Dahoud. Die Hausherren waren vom Rückstand schockiert und zeigten zu wenig.  sid

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