Nolte nimmt Kurs auf Edelmetall

von Redaktion

Monobob-Pilotin zur Halbzeit Dritte – Goldserie der Schlittensportler wird wohl reißen

Peking – Laura Nolte steuert bei der Olympia-Premiere im Mono auf Medaillenkurs, zum Auftakt der Bob-Wettkämpfe haben die deutschen Schlittensportler die Goldspur aber verlassen.

Die WM-Dritte hat zur Rennhalbzeit auf dem Bronzerang wohl keine Chancen mehr auf den Olympiasieg – und weil Mariama Jamanka nach zwei „katastrophalen“ Läufen als 17. weit abgeschlagen ist, dürfte Deutschlands beeindruckende Siegesserie im Yanqing Sliding Centre am Montag reißen.

„Klar, wir wissen, dass jetzt alle Augen auf uns liegen. Wir sind hier vielleicht die erste Disziplin, in der wir kein Gold holen“, sagte Nolte mit Blick auf die insgesamt sechs Goldmedaillen der Rodler und Skeletonis. Zugleich ordnete die 23-Jährige ihren achtbaren dritten Rang aber richtig ein: „Mit der Platzierung bin ich zufrieden. Es war abzusehen, dass es schwer wird. Weder Mariama noch ich haben bislang ein Rennen im Mono gewonnen.“

Die Winterbergerin reihte sich nach zwei von vier Läufen als Dritte hinter der US-amerikanischen Weltmeisterin Kaillie Humphries und Mitfavoritin Christine de Bruin aus Kanada ein. Noltes Rückstand auf Humphries beträgt vor den entscheidenden zwei Durchgängen am Montag (ab 2.30 Uhr MEZ) aber bereits 1,22 Sekunden. Europameisterin Jamanka liegt sogar 3,69 Sekunden zurück.

„Die beiden Läufe waren katastrophal. Ärgerlich, denn ich habe es im Training deutlich besser hinbekommen“, sagte Jamanka, die im vergangenen Oktober an selber Stelle noch die Testwettkämpfe gewann. Im ersten Lauf verhinderte die Zweier-Olympiasiegerin nur mit Mühe einen Sturz im oberen Streckenabschnitt, zahlreiche Bandenberührungen kosteten auch im zweiten Durchgang einiges an Zeit.

Nolte hatte bei Temperaturen um minus 9 Grad Celsius ebenfalls Probleme, kam aber deutlich besser zurecht. Der erste Lauf sei in Ordnung gewesen, der zweite nicht. „Wenn im Mono der Winkel nur um ein Grad nicht stimmt, bricht der Schlitten extrem schnell aus“, beschrieb die Olympia-Debütantin: „Es fühlt sich an, als ob man stehen bleibt.“

Ganz anders präsentierte sich Humphries. Die 36-Jährige spielte im olympischen Eiskanal all ihre Erfahrung aus und zeigte die saubersten Fahrten. Nolte überraschte das nicht: „Es war klar, dass Kaillie hier die Favoritin ist. Als sie das erste Mal Bob gefahren ist, war ich noch in der Grundschule.“  sid

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