KOMMENTAR

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von Redaktion

Dass Joshua Kimmich so manches aus seinem eigenen Blickwinkel betrachtet, dürfte hinlänglich bekannt sein. Vor diesem Hintergrund sind gegebenenfalls auch seine Ausführungen nach der Schmach in Bochum besser nachzuvollziehen. Der Mittelfeldspieler der Bayern, der beim blamablen Auftritt im Ruhrstadion selbst weit unter seinen Möglichkeiten blieb, stellte nach Schlusspfiff nämlich die Mentalität seiner Mannschaft infrage.

Ob diese Worte überhaupt in ein TV-Mikro gehören, sei mal dahingestellt. Fest steht dagegen schon, dass – trotz allem Hang zur Dramatik – nicht etwa fehlende Bayern-DNA schuld an der hohen Niederlage ist, sondern rein sportliche Gesichtspunkte. Die Gegner wissen von der Achillesferse dieser Bayern. Sie verteidigen hoch, laufen dadurch stets Gefahr, bei schnellen Angriffen der Gegner speziell über die Flügel überrannt zu werden. Zu beobachten war dies bei allen fünf Niederlagen der Saison.

Das Gute für die Münchner ist, dass die Pleite in Bochum – mit Blick auf die Bundesligatabelle – noch einigermaßen verschmerzbar ist. Und dass Julian Nagelsmann ja vielleicht jetzt die entsprechenden Stellschrauben betätigt, bevor es in die heiße Phase der Saison geht.

Die besten Bayern-Mannschaften waren schließlich nicht jene, die über Mentalität gesprochen, sondern gut Fußball gespielt haben. DNA hin oder her.

JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

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