Ein Oldie kämpft gegen den Verjüngungstrend

von Redaktion

Danny Aus den Birken möchte noch drei Jahre im Eishockey-Tor stehen – zweifelhaft, ob das beim EHC möglich ist

VON GÜNTER KLEIN

München – Für den EHC München geht es mit nunmehr voller Kapelle in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) in Düsseldorf weiter. Die Olympiafahrer sind zurück und im Training, im Tor könnte mal wieder Danny Aus den Birken stehen. Düsseldorf ist schließlich seine Heimatstadt – auch wenn er mit der DEG nie viel zu tun hatte. Er spielte Jugend-Bundesliga in Krefeld, ging aufs Nachwuchsinternat der Adler Mannheim und wurde zum Stammtorhüter bei den Iserlohn Roosters und den Kölner Haien. 2015 kam er nach München, und beim EHC begann seine Titelzeit mit drei Meisterschaften. 2015/16 musste er in den Playoffs hinter dem Amerikaner David Leggio zurückstehen, 2016/17 und 17/18 war er dann die Nummer eins – und das blieb sein Status, bis der EHC vor einigen Wochen den Norweger Henrik Haukeland verpflichtete. Im Sommer 2022 soll dann aus Berlin Mathias Niederberger kommen, und die Frage lautet, wie sich der EHC generell auf der wichtigen Keeper-Position aufstellen wird?

Haukeland, 27, der in seinen fünf DEL-Spielen über 95 Prozent der Schüsse wegfischte, wäre ein Luxus, den sich der EHC nicht leisten wird, wenn er Niederberger, 29, hat. Haukeland würde sicher weniger als die Hälfte der Spiele machen, aber eine der neun Import-Lizenzen belegen, die Vereine lieber an Verteidiger und Stürmer vergeben. Naheliegend ist, dass die Münchner ein deutsches Torwartteam an den Start schicken werden.

Gehört Aus den Birken noch dazu? Nach seiner Olympia-Teilnahme mit einem Einsatz (2:3 gegen die USA) ist er aus der Nationalmannschaft, in der er fast vier Jahre nicht mehr gespielt hat, zurückgetreten – keine Überraschung. Aufhorchen lässt sein flankierendes Statement, er wolle, „wenn der Körper mitspielt, gerne auf höchstem Niveau Eishockey spielen, bis ich 40 bin.“ Aus den Birken ist 37, das wären noch drei Spielzeiten. Liegt ein Teil seiner Restlaufzeit in München? Die Informationen dazu gehen auseinander. Der EHC, so ist zu hören, bietet ein weiteres und letztes Jahr als Back-up für Mathias Niederberger an, zugleich ist Danny Aus den Birken „auf dem Markt“. Es wird sondiert.

Ziel des EHC ist eine Verjüngung auf der Torhüterposition. Aus der Red-Bull-Akademie gibt es zwei Aspiranten für einen Platz im Münchner Profikader: Christopher Kolarz, 20, ist derzeit an seinen Heimatverein Rosenheim ausgeliehen, bekommt in der Oberliga seine Einsätze. Florian Bugl, 19, ist deutscher U20-Nationaltorwart und gewöhnt sich in Salzburgs zweiter Mannschaft in der AlpsHockey League ans Erwachsenen-Eishockey. Sein Karriereplan sieht mindestens die DEL vor.

Entwicklungen bei anderen DEL-Vereinen setzen die auf ihren Ruf als Jugendförderer bedachten Münchner unter Druck. In Straubing glänzt der 17-jährige Torhüter Philipp Dietl, bei den Eisbären Berlin positioniert sich Tobias Ancicka, 20. Und beim heutigen EHC-Gegner Düsseldorf teilen sich Hendrik Hane, 21, und Mirko Pantkowski, 23, die Arbeit. Junge Goalies sind im Kommen. Auch in München?

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