Köllner tüftelt Löwen zum Sieg

von Redaktion

Die Aufholjagd gegen Aufstiegsaspiranten Kaiserslautern gelingt dank „schwerem Matchplan“

VON JACOB ALSCHNER

München – Der TSV 1860 gegen den 1. FC Kaiserslautern – der Tabellenzehnte gegen den Tabellenzweiten. Die Ausgangslage, mit der die Löwen in das Nachholspiel des 23. Spieltags gegangen waren, war alles andere als optimal. Die Roten Teufel waren mit 13 ungeschlagenen Spielen in Folge nach München gereist, wenig deutete darauf hin, dass diese Serie ausgerechnet in Giesing reißen sollte. Dass es doch so kam, war das Resultat einer tapferen Löwenleistung – und eines taktischen Wagnisses von Trainer Michael Köllner.

Dessen Plan, die Löwen zu einem überraschenden aber verdienten 2:1-Sieg zu führen, sah ein 4-1-4-1-System mit Quirin Moll als einzigem zentralen Sechser vor. Höchst ungewohnt, wie der Trainer selbst wusste: „Die Mannschaft hat heute einen schweren Matchplan von mir mitbekommen, das muss man wirklich sagen“, beschrieb der 52-Jährige Sechzigs Herangehensweise nach dem Spiel bei MagentaSport. „Ich habe auch in der Halbzeit nochmal gesagt: Ich ringe euch heute ganz viel ab, vor allem taktisch“, so Köllner, gleichzeitig habe er seiner Mannschaft aber auch daran erinnert, von besagter Spielweise nicht abzuweichen. Diese werde schon noch Früchte tragen.

Und Köllner sollte recht behalten. Der Plan ging auf, die Münchner siegten. Trotzdem bestätigte der eingewechselte Kevin Goden, in der 85. Minute Torschütze zum erlösenden 2:1, dass die neue Formation des Löwen-Rudels nicht ganz so einfach umzusetzen war: „In der Saison haben wir das so noch nie gespielt“, so Sechzigs neuer Edel-Joker, der auch schon in Zwickau spät getroffen hatte. „Von daher war das mal was Neues. Aber ich denke, das haben wir überragend gemacht.“

Das Spiel hätte aber auch ganz anders ausgehen können. Gerade nach dem frühen 0:1, das aus Stephan Salgers völlig missratener Rückgabe zu Keeper Marco Hiller resultierte, drohten die Hausherren frühzeitig vom Kurs abzukommen. Doch zusätzlich zu taktischer Disziplin zeigten Köllners Spieler Kampfgeist, der ihnen schon öfter in dieser Spielzeit den einen oder anderen Zähler gerettet hatte. So punkteten die Löwen bereits zum achten Mal nach einem Rückstand.

Der Sieg dürfte vorerst für neuen Mut sorgen an der Grünwalder Straße. Für Sechzig war es der erste Saison-Erfolg gegen eines der Spitzenteams der 3. Liga. Die Rückkehr also zurück ins Aufstiegsrennen? Köllner tat alles, um die Erwartungshaltung vor dem nächsten Heimspiel gegen den kleinen SC Verl (Freitag, 19 Uhr) im Zaum zu halten und lenkte den Fokus auf ein schwieriges Spiel. Das werde eine „Mammutaufgabe“, sagte er, das schwerste Spiel dieser englischen Woche. Es sei wichtig, auch als Fan, „mit einer realistischen Erwartungshaltung“ in das Spiel reinzugehen, Insofern seien Gedanken an einen Aufstieg „Quatsch. Wir sind noch weit dahinter.“

Auslegungssache: Die Löwen liegen nur noch fünf Punkte hinter dem Relegationsrang. Dort rangieren die Braunschweiger, die allerdings ein Spiel weniger absolivert haben. Auch Kevin Goden versuchte, sich zu Aufstiegsambitionen bedeckt zu halten. Wenigstens er konnte sich aber ein Lächeln nicht verkneifen: „Ich will nicht zu viel sagen, mal gucken. Wir geben unser Bestes.“

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