Was steht an?
An diesem Freitag werden die 13. Winter-Paralympics eröffnet, die deutsche Fahne tragen Anna-Lena Forster und Martin Fleig ins „Vogelnest“ von Peking. Die Hauptstadt Chinas ist der erste Austragungsort, der nach den Sommerspielen 2008 auch die Winterspiele für Menschen mit körperlicher Behinderung ausrichtet. Die Veranstaltung endet am 13. März.
Starten Paralympics-Sportler aus der Ukraine?
Die Ukraine nehmen trotz der prekären Situation in der Heimat mit 20 Sportlerinnen und Sportlern an den Paralympics teil. Das Team wurde mit Polizeieskorte vom Flughafen in die Dörfer gebracht.
Wie viele Athletinnen und Athleten kämpfen in Peking um Medaillen?
Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) erwartet nach dem Ausschluss von Russland und Belarus noch 653 Sportler aus 48 Nationen. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) schickt 17 Athleten ins Rennen, dazu werden die Sehbehinderten von fünf Guides unterstützt. In Pyeongchang war vor vier Jahren ein 20-köpfiges Team für Deutschland an den Start gegangen.
Welche Wettbewerbe gibt es?
Es finden 78 Wettbewerbe in sechs Sportarten statt. Im rund 75 km nördlich von Peking gelegenen Yanqing sind 30 Wettkämpfe im Ski alpin geplant. Mehr als die Hälfte der Entscheidungen fällt im 180 km entfernten Zhangjiakou (50): 20 im Skilanglauf, 18 im Biathlon und zwölf im Snowboard. In der Hauptstadt ist jeweils ein Turnier im Para-Eishockey und Rollstuhl-Curling angesetzt.
Wer ist der Star der deutschen Mannschaft?
Anna-Lena Forster. Die Monoskifahrerin gewann im Januar bei der WM in Lillehammer vier Titel und gilt in Peking als große deutsche Goldhoffnung. In Südkorea 2018 hatte Forster bereits zweimal triumphiert. Auch Andrea Rothfuss (Ski alpin) sowie Anja Wicker und Martin Fleig (beide Ski nordisch) sind schon Paralympicssieger.
Gibt es eine Medaillenvorgabe für die deutschen Behindertensportler?
Der DBS verzichtet wie gewohnt darauf. In Pyeongchang 2018 hatte das deutsche Team 19 Medaillen, darunter siebenmal Gold, gewonnen. Davon holten allerdings die zurückgetretene Anna Schaffelhuber und die aus gesundheitlichen Gründen fehlende Andrea Eskau zusammen bereits neun. Im ewigen Medaillenspiegel liegen Deutschlands Behindertensportler vor Norwegen auf Rang eins.
Wie werden möglichst faire Leistungsvergleiche ermöglicht?
Die Sportler werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die international anerkannt sind. Im Ski alpin, Skilanglauf und Biathlon werden die Sportler in folgende Gruppen aufgeteilt („Klassifizierung“): stehend (LW 1-9) sitzend (LW 10-12) visuell beeinträchtigt (B1, B2 und B3). Um die Zahl der Entscheidungen zu reduzieren, wurde das Prozentsystem eingeführt, sodass die Leistungen innerhalb der drei Kategorien vergleichbar sind. Die Laufzeit eines jeden Sportlers wird entsprechend seiner Behinderung mit einer Prozentzahl multipliziert, wodurch sich die Endzeit ergibt.
Wer überträgt?
Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF wechseln sich bei der Live-Übertragung der Winter-Paralympics täglich ab. Ein Studio gibt es in Peking nicht. Im Internet sind die Wettkämpfe im Livestream von ARD und ZDF ebenfalls zu sehen. Die Eröffnungsfeier am Freitag ab 12.50 Uhr zeigt das ZDF.