München – Als alles vorbei war, war das vorzügliche Basketballspiel im Audi Dome auch für den Gegner längst Nebensache geworden. „Was wichtig ist, ist, dass es Nick Weiler-Babb gut geht“, sagte Hamburgs Robin Christen. Der Unfall des Allrounders des FC Bayern, der nach einer Korbaktion mit dem Kopf voraus auf den Boden gekracht und bewusstlos liegen geblieben war, hatte bei allen Beteiligten im Audi Dome tiefe Spuren hinterlassen.
In den Stunden danach wurde klar: Christens Wunsch war in Erfüllung gegangen. Schon in der Nacht war klar, dass die Sache glimpflich ausgegangen ist: keine Brüche, keine Blutungen. Weiler-Babb hatte sich bei seinem Crash vor allem eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen. Doch die angesichts der dramatischen Szenen befürchteten schweren Folgen sind ausgeblieben.
Bayern-Trainer Andrea Trinchieri atmete schon nach der ersten Entwarnung tief durch: „Wir können von Glück sagen, dass wir nicht die nächste Tragödie kommentieren müssen“, sagte er. Der Italiener war nach dem Horrorsturz seines Spielers aufs Feld gelaufen, um das noch laufende Spiel zu unterbrechen und dafür von Schiedsrichter Robert Lottermoser mit einem Technischen Foul bestraft worden.
Und Trinchieri schickte zumindest leise mahnende Worte an den Gegner und die Unparteiischen. „Ein Spieler sollte den Gegner nicht in der Luft berühren, das ist gefährlich“, sagte er, auch wenn die Fernsehbilder eine Fremdeinwirkung nicht zweifelsfrei belegten. Doch: „Man fällt nicht so, ohne berührt zu werden.“ Die Bayern haben da noch den Unfall des Belgraders Aaron White im Hinterkopf, der sich beim Vorbereitungsspiel gegen Panathinaikos Athen im Audi Dome in einer ähnlichen Situation verletzte. Trinchieri: „Wir müssen die Spieler aller Teams beschützen.“
Bayerns Basketball-Chef Marko Pesic gab sich da schon nachsichtiger. „Ich glaube, da war ein kleiner Kontakt, der vielleicht im unglücklichsten Moment passiert ist. Solche Sachen passieren.“ Pesic schickte lieber ein Kompliment an seine Mannschaft, die das Spiel nach einer bemerkenswerten zweiten Halbzeit noch aus dem Feuer riss: „Das war richtig stark.“ PATRICK REICHELT