München – Kurz vor dem Start war auch an diesem Euroleague-Abend die Zeit für ein deutliches Zeichen gekommen. „No more war“ – kein Krieg mehr – stand auf einem Transparent hinter dem beide Teams Aufstellung nahmen. Die russische Aggression in der Ukraine, sie war natürlich auch an diesem tollen Basketballabend im Audi Dome, der mit einer 88:98 (53:50)-Niederlage des FC Bayern gegen Olympiakos Piräus endete, das alles beherrschende Thema.
Zumal der FC Bayern nun auch sein humanitäres Schwungrad angeworfen hat. „Man muss ein klares Zeichen setzen. Der FC Bayern hat das getan“, sagte Clubchef Herbert Hainer. Am Freitag startete der Verein eine große Spendenaktion. Die Basketballer riefen ihre Fans zu Sachspenden auf. Vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Bamberg (18 Uhr) können ab 15 Uhr vor dem Haupteingang des Audi Dome medizinische Artikel, Schlafsäcke und Isomatten für die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet abgegeben werden.
Sportliche Werbung für einen regen Besuch betrieben die Bayern am Freitag reichlich. Die 3946 Zuschauer erlebten ein außergewöhnlich gutes Basketballspiel zweier Mannschaften, die in dieser Form beste Karten im Playoffrennen haben sollten.
Wobei die Bayern eine Weile brauchten um das Tempo des griechischen Spitzenclubs um den kongenialen Tyler Dorsey (25 Punkte) aufzunehmen. Vom zweiten Viertel an, waren sie dafür umso besser im Spiel. Nicht zuletzt dank Vladimir Lucic. Der Serbe war überall, war giftiger Verteidiger, Rebounder und Vollstrecker (15 Punkte). Und war so der Schlüssel dafür, dass die Bayern im zweiten Viertel zeitweise bis auf neun Punkte davonzogen.
Doch Lucic war auch maßgeblich beteiligt, als sich das Spiel wieder in die andere Richtung drehte. Wenn auch unglücklich – denn das vierte Foul, dass den Münchner Co-Kapitän ab Mitte des dritten Viertels belastete, es war eine klare Fehlentscheidung der ansonsten weitgehend souveränen Schiedsrichter.
Aber es war halt eine Aktion, die den kompakt und hochintensiv auftretenden Griechen in die Karten spielen sollte. Der Tabellenvierte aus Piräus, der endlich wieder einmal ein Final-Four-Turnier der Königsklasse erreichen will, diktierte zunehmend deutlicher das Spiel. Die Bayern, bei denen vor allem Augustine Rubit (18 Punkte) und Othello Hunter (12) in die Bresche sprangen, ließen sich zwar erst in den beiden Schlussminuten vollends abschütteln. Doch vor allem in der Abwehr hatte das Team von Andrea Trinchieri nicht mehr den Zugriff um den Sieg einzufahren. „Wir müssen einen hohen Berg besteigen“, hatte der Italiener vor dem Spiel gesagt. Am Ende wurde der Berg für seine Bayern zu hoch.