München – „Back to back“ heißt die Herausforderung, zwei Spiele im Abstand von 24 Stunden. Die erste Aufgabe im dicht gedrängten Terminkalender der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hat der EHC München gemeistert, er schlug vor 1641 Zuschauern den ERC Ingolstadt am Dienstagabend mit 4:0 (0:0, 2:0, 2:0). Weiter geht es heute (19.30 Uhr) bei den Straubing Tigers.
Die Münchner setzten ihre gute Serie fort, punkteten im zehnten Spiel in Folge. Und vor allem: „Wir haben die Balance gefunden zwischen hinten nicht zu sehr aufmachen und vorne dennoch Chancen kreieren“, so formulierte Kapitän Patrick Hager, welche Fortschritte „seit der Olympiapause“ gemacht wurden.
Ein Spiel zwischen München und Ingolstadt ist nicht nur deshalb interessant, weil beide Teams den Regierungsbezirk Oberbayern vertreten, sondern aufgrund der Torhütergeschichte. Kevin Reich hatte jahrelang versucht, beim EHC München die Nummer eins zu werden, es glückte ihm nicht, sodass er vor dieser Saison an die Donau wechselte. Dort musste er die Skepsis seines Trainers Doug Shedden entkräften, mittlerweile ist er der Goalie, der beim ERC die meisten Spiele macht – und folglich war er gestern dran.
Danny Aus den Birken, an dem er in München nicht vorbeigekommen war, fing beim EHC an, hielt sich nach Gegentoren schadlos – aber nicht gesundheitlich. Nach dem ersten Drittel (mit einer wichtigen Parade gegen Wojciech Stachowiak in der 8. Minute) blieb Aus den Birken in der Kabine. „Unterkörperverletzung“, meldete EHC-Manager Christian Winkler. So musste der Norweger Henrik Haukeland die Stelle im Kasten übernehmen.
Vorsorglich hatten die Münchner noch Daniel Fießinger, ihren dritten Mann, auf den Spielberichtsbogen geschrieben. Zivilist Fießinger musste sich allerdings umziehen, was beim Torwart länger dauert als beim Feldspieler – erst in der 24. Minute konnte er seinen Platz auf der Bank einnehmen. Rechtzeitig aber, um gute Sicht auf das Führungstor seiner Mannschaft zu haben: Im ersten Powerplay, das sich für den EHC ergab, fälschte Philip Gogulla einen Schuss von Patrick Hager entscheidend ab (27.). Hager war nach zwei Spielen Sperre durch die Liga wegen seiner Matchstrafe in Augsburg wieder dabei, der Kapitän musste nominell aber im vierten Sturm neben Maxi Daubner und Bastian Eckl auflaufen. Patrick Hager nahm die Versetzung sportlich – er legte auch das 2:0 für Daubner (32.) auf (und später das 3:0). Ingolstadt spürte nun den erwarteten Münchner Druck. „Wir wissen, dass sie gut passen und ein hartes Forechecking spielen. Und wir haben leider einige Verletzte“, sagte Colton Jobke, Verteidiger beim ERC.
Im ersten Drittel hatte es keine Strafzeiten gegeben, danach kam es zu gelegentlichen Derby-Scharmützeln. Ein aufgebrachter Chris Bourque, vorige Saison noch Münchner, ging auf Frederik Tiffels, damals Kölner, nun Münchner, los. Kurz darauf Raufhändel von Ingolstadts Matt Bodie – Bodenringkampf mit zwei Münchnern (Lutz, Ortega). Es ergab sich eine weitere Überzahl für den EHC – die Verteidiger Jonathon Blum per Schlagschuss zum 3:0 nutzte (48.). Zum Abschluss gab’s noch ein Empty-net-goal durch Kastner (59.). Feierabend.