Gut, zumindest eine kleine Hoffnung bleibt den Fans der Wasserburger Basketballerinnen ja noch. Kann sein, dass man sich um eine Wildcard für die Bundesliga bemühen wird. Und vielleicht auf diesem Weg den Total-Absturz des einstigen Musterprojektes im deutschen Frauen-Basketball doch noch abwendet. Die letzten Auftritte des von Krankheiten geschwächten Kaders mit Trainer-Energiebündel Rebecca Thoresen werden dem Verein diese Option zumindest schmackhafter gemacht haben. Die Idee macht zumindest die Runde, dass ein Neuaufbau auch im Oberhaus klappen könnte. Mit einem Team Wasserburger Prägung, so wie vor 20 Jahren, als mit Clublegende Hans Brei alles begann.
Doch selbst wenn die Sache noch ein gutes Ende nehmen sollte – man wird sich am Inn dennoch Gedanken machen müssen, wie es nur fünf Jahre nach der letzten Meisterschaft 2017 zu dieser Talfahrt kommen konnte. Nur auf das Virus zu verweisen, wäre sicher zu kurz gegriffen. Klar, die Folgen der Pandemie sind im massiv von Zuschauereinnahmen genährten Frauen-Basketball erheblich. Doch das Problem plagt die gesamte Liga, es ist kein Wasserburger Phänomen.
Aber der TSV-Führung ist es zuletzt auch intern immer weniger gelungen, die Begeisterung für das Projekt zu entfachen, die die Innstädterinnen jahrelang von Erfolg zu Erfolg trug. Die Zahl der für den Betrieb eines Bundesligateams unabdingbaren ehrenamtlichen Helfer wurde kleiner und kleiner. Was erahnen lässt, dass auch das Wasserburger Märchen wie so viele Erfolgsgeschichten jenseits des echten Profibereichs auf wenigen Schultern ruhte. Am Inn auf jenen von Hans Brei, einem ehemaligen Sportlehrer, der mit viel Enthusiasmus eine Basketball-Hochburg bastelte.
Noch mehr aber wohl auf jenen seiner Ehefrau Gaby, die bis 2019 als Abteilungsleiterin und Managerin bei den Korbjägerinnen wirkte. Sie hatte durch ihre Kontakte zur örtlichen Wirtschaft ihrem Herzensprojekt eine, in der Frauen-Bundesliga, lange Zeit einzigartige finanzielle Ausstattung verschafft. Und sie verstand es, die Abteilung für das Unternehmen Spitzen-Basketball zu mobilisieren.
Nur logisch, dass so mancher in Wasserburg sich nach diesen Zeiten zurücksehnt. Die ersten Rufe nach Gaby Brei als Nothelferin wurden ja auch schon laut.
patrick.reichelt@ovb.net