Die kalkulierte Klatsche

von Redaktion

75:106 – Bayerns Basketballer mit B-Team chancenlos

VON PATRICK TORRES

Oldenburg – Nihad Djedovic lächelte sogar ein wenig, als das merkwürdige Geschehen in Oldenburg ein Ende hatte. „Gut, dass die jungen Spieler ein paar Minuten bekommen haben“, gab der Kapitän der Basketballer des FC Bayern zu Protokoll, „jetzt gehen wir weiter.“ Und das war dann schon so ziemlich alles, was bei den Münchnern von diesem 75:106 (30:49) bei den Baskets Oldenburg blieb. Schon gestern zogen Djedovic und Kollegen nach Istanbul weiter, wo am Montagabend (19.45 Uhr) das Euroleague-Nachholspiel bei Fenerbahce Istanbul wartet.

Im Basketball-Land stieß der Bayern-Auftritt auf ein gemischtes Echo. „Wettbewerbsverzerrung“ war das Wort, das durch die einschlägigen Internet-Foren geisterte. Immerhin hatten die Münchner nicht mehr als ein reines B-Team zum Duell mit dem, noch nicht aller Abstiegssorgen entledigten Ex-Meister nach Niedersachsen entsendet. Trainer Andrea Trinchieri, der sich den Trip auch selbst ersparte, hatte seine internationalen Kräfte allesamt in München behalten und bescherte mit Aleksa Vucetic, Luis Wulff und Mohammed Silah gleich drei Youngstern aus der zweiten Mannschaft ein Profidebüt.

Aus Bayern-Sicht war das nachvollziehbar, nur 20 Stunden nach dem Euroleague-Showdown gegen Roter Stern Belgrad. Vor allem aber zeigt die Sache einmal mehr das Problem der Szene. Nationaler und internationaler Basketball sind nicht ansatzweise kompatibel. Wenn es eine gute Konsequenz der Terminhatz gibt, dann die, dass die Tabellenspitze der BBL enger zusammengerückt ist. Nach Minuspunkten sind die Top 5 nur um vier Zähler getrennt.

Echte Spannung oder doch eher schöner Schein? Spätestens in den Playoffs, wenn der FC Bayern und Alba Berlin die internationalen Aufgaben los sind, sind die Kräfteverhältnisse andere. Zur Erinnerung: Im Vorjahr kamen die beiden deutschen Euroleague-Clubs auf den Plätzen zwei (Alba) und vier (Bayern ) der Hauptrunde ins Ziel, und marschierten doch, weitgehend unbedrängt ins Finale.

Priorität hat – natürlich – Europa. Daran ändert auch nichts, dass die Bayern schon vor dem ungemütlichen Endspurt dieser Woche mit den Partien bei Fenerbahce, Efes Istanbul (Mittwoch) und Real Madrid (Freitag) das Wunschziel Playoffs erreicht haben.

Man muss mit den arg strapazierten Kräften haushalten. Und es geht in den nächsten Tagen ja immerhin auch noch um die bessere Ausgangsposition im Viertelfinale. Theoretisch könnte Trinchieris Ensemble im Endspurt sogar noch auf Platz fünf springen. Womit man zumindest dem bereits feststehenden Hauptrundenmeister FC Barcelona, derzeit Europas wohl bestes Team, aus dem Weg gehen könnte. Alternativ könnten es die Bayern ab 19.4. auch mit Olympiakos Piräus, Real Madrid oder Olimpia Mailand zu tun bekommen. Mit den Lombarden hatten sich die Münchner schon im Vorjahr eine echte Herzschlagserie geliefert.

Zumindest Augustine Rubit nimmt in seiner ersten Playoff-Teilnahme in der Königsklasse jeden Gegner mit. „Allse sind schwer“, sagte er, „Ich will mich jetzt nur noch mit ihnen messen.“

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