München – Der letzte Spieltag in der Deutschen Eishockey Liga – egal, wie lange die Saison gelaufen ist, es geht in fast allen Regionen der Tabelle noch um etwas. Und obwohl klar war, dass der EHC München am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel in das Playoff-Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft einsteigen würde, so brannte am Oberwiesenfeld gestern das Eis. Bis nach 60 Minuten und einem 5:0 (1:0, 0:0, 4:0) über die Iserlohn Roosters folgende Klarheiten geschaffen waren:
Den EHC hat seine Hochform der vergangenen Wochen noch auf Platz zwei geführt. Vorbei an den Grizzlys Wolfsburg, die parallel 1:4 gegen Bremerhaven verloren. Als Zweiter bekommen die Münchner einen Gegner, der in den Pre-Playoffs am Dienstag, Donnerstag und womöglich Freitag erst noch ermittelt werden muss. In Frage kommen Ingolstadt (7.), Nürnberg (8.), Düsseldorf (9.). Iserlohn trat in München mit der Aussicht an, bei günstigem Verlauf des Spieltags noch auf Platz zehn und in die Pre-Playoffs zu huschen – das Unternehmen scheiterte. Den letzten Platz, auf dem die Saison noch weitergeht, verteidigte Köln.
Der Sieg gegen Iserlohn ging dem EHC nicht so leicht von der Hand, wie das Ergebnis es vermuten ließe. Die Roosters waren bis zum 0:2 in der 48. Minute voll im Spiel, bei einem Pfosten-zu-Pfosten-Schuss von Alec McCrea (32.) hatten sie Riesenpech. Der EHC erarbeitete sich seine Tore mehrheitlich mit Scheibengewinnen und schnellen Kontern aus der eigenen Zone. Was Justin Schütz (10.), Ortega, Trevor Parkes (50.), Frank Mauer (55.) und Maxi Daubner (59.) an Toreinschüssen boten, war der Abschluss rund laufender Kombinationen. „99 Prozent meines Tors gehen an Hagi und Daubi“, lobte etwa 1:0-Schütze Schütz die Vorarbeit der Kollegen Hager und Daubner. Bei Kapitän Hager gab es neben den spielerischen Akzenten allerdings auch wieder einen grenzwertigen Kniecheck zu sehen – mit einer kleinen Strafe kam es gnädig davon.
Das 56. und letzte Hauptrundenspiel war auch das erste ohne Corona-Maßnahmen. Weder wurden Impf-, Genesenen- oder Testnachweis verlangt noch war die Kapazität limitiert. Die Bude wurde dem EHC deswegen aber nicht gleich eingerannt: Mit 3172 Zuschauenden war die Olympia-Eishalle nur etwas mehr als zur Hälfte gefüllt; der Empfehlung des EHC, sich weiter mit dem Tragen einer Maske zu schützen, kam lediglich eine überschaubare Minderheit nach.
Die Schlussbilder des Nachmittags: Ein lange starker Iserlohner Torhüter Andreas Jenike zerstörte nach dem 0:5 seinen Schläger, während Gegenüber Henrik Haukeland mit souveränen Paraden seinen nächsten Shut-out registrierte. Und vor der Nordkurve die Feierlichkeiten initiierte und die Torwartkelle auf seiner Nase jonglierte. Der Norweger war die entscheidende Nachverpflichtung des EHC. Stürmer Maxi Kastner: „Diesen Schwung wollen wir absolut mitnehmen in die Playoffs.“