Vom 3:1 zum 3:8 – wie konnte das geschehen?

von Redaktion

Tölzer Löwen im DEL2-Abstiegskampf: Wenn der Gegner gnadenlos effizient ist

Bad Tölz – Die Tölzer Löwen machen es spannend im Klassenerhaltskampf der DEL2: Einem recht souveränen 3:1-Auswärtssieg am Freitag in Bayreuth folgte am Sonntag eine empfindliche 3:8-Klatsche vor eigenem Publikum. Nun steht es 1:1 in der entscheidenden Abstiegsrunde gegen die Tigers, bevor Tölz am Dienstagabend (20 Uhr) zum dritten Vergleich bei den Franken ran muss.

Der Unterschied zwischen den ungleichen Ergebnissen: Hatten zunächst die Tigers noch ein wenig Ladehemmung und scheiterten meist an der ungewohnt sattelfesten Löwen-Abwehr, erwiesen sie sich in Tölz als lehrbuchhaft effizient: Aus gerade einmal 20 Torschüssen machten sie acht Treffer. Die Löwen dagegen prüften den gut aufgelegten Keeper Timo Herden 45 Mal – und waren ganze dreimal erfolgreich. „Bayreuth hat seine Chancen besser ausgenutzt“, sagt Trainer Kevin Gaudet.

Sein Team ließ sich ein wenig von dem hohen Tempo überrumpeln, mit dem die Gäste auf Tölzer Eis einmarschierten. „Wir waren nicht bereit“, sagt Gaudet. Und weil die Tölzer den Gästen zuweilen zu viel Raum ließen, die Bayreuther Topscorer Ville Järveläinen und Cason Hohmann oder auch Frédérik Cabana nicht in den Griff bekamen, liefen sie schnell einem 0:2-Rückstand hinterher. Für die Löwen kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Sie kamen nach der ersten Pause besser ins Spiel, doch weder Tyler McNeely noch Lubor Dibelka oder Philipp Schlager schafften es zunächst, Herden zu bezwingen. Stattdessen nutzte Bayreuth vier von sechs Schüssen im Mitteldrittel, um auf 6:0 davonzuziehen. Das Spiel war gelaufen.

Aber wenigstens für das Selbstvertrauen entschieden die Löwen den Schlussabschnitt noch mit 3:2 für sich: Zwei Powerplay-Treffer von Dibelka und Schlager sowie Markus Eberhardts Abstauber brachten wieder ein wenig Zuversicht. Um die muss Gaudet allerdings für das nächste Spiel kämpfen. Mit Thomas Merl ist ihm ein weiterer Spieler weggebrochen: Der Stürmer zog sich bei einem – ungeahndeten – Ellbogencheck eine Gehirnerschütterung zu. Der Trainer hofft jetzt auf die Auswärtsstärke der Löwen: „Wir müssen wieder so spielen wie am Freitag“, sagt Gaudet. „Defensiv stabil, weniger Strafen, und mehr Puckglück als zuhause.“ Soll heißen: Bei 45 Versuchen öfter als dreimal das Tor treffen. NICK SCHEDER

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