„Burnout? Mein Risiko liegt bei null Prozent“

von Redaktion

Die Lebensfreude von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann steckt an – und ist wissenschaftlich beglaubigt

München – Julian Nagelsmann (34) ist das pure Energiebündel. Das ist nicht nur am Spielfeldrand zu beobachten, wenn der Cheftrainer des FC Bayern durch die Coaching-Zone tigert – und bei Toren seiner Mannschaft in Ronaldo-Manier jubelt. Auch abseits des Spielbetriebs muss der gebürtige Landsberger seine überschüssige Energie rauslassen: Mal beim Kicken mit dem Trainerteam, beim Padel-Tenis-Match mit Staff-Mitgliedern oder bei Jogging-Runden an der Isar. Die Lebensfreude und der Arbeitseifer von Nagelsmann stecken an – und sind auch wissenschaftlich beglaubigt.

„Ich habe tatsächlich mal Tests machen lassen zum Burnout-Risiko. Da machst du IQ-Tests, Stressresistenz-Tests gegen verschiedene visuelle auditive Reize. Dann gibt es Testprotokolle, die dir die prozentuale Wahrscheinlichkeit rausspucken, dass du irgendwann Burnout kriegst oder nicht. Ich bin da bei null Prozent. Da gibt es tatsächlich wenige Menschen. Ich hatte kein Risiko und ich hoffe, die Maschine behält recht“, verriet Nagelsmann bei Amazon Prime Video.

Auch wenn Nagelsmann für sich persönlich eine Burnout-Erkrankung ausschließen kann, gibt er sich empathisch gegenüber den Menschen, die daran erkrankt sind: „Das ist, glaube ich, ein furchtbares Gefühl. Ich habe da auch mit Ralf (Rangnick, d. Red.) mal drüber gesprochen. Man muss dann halt versuchen, außen rum die Dinge so zu steuern, dass man das Risiko, dass es irgendwann kommt oder ausbricht, möglichst gering hält.“

Darum nimmt sich Nagelsmann auch gezielt Auszeiten, die er am liebsten zu in den Bergen verbringt: „Dinge, die mich freizeitmäßig glücklich machen, versuche ich, dann mehr zu machen. Auch mal den freien Tag wirklich frei zu nutzen. Du hast schon immer den Drang, die ganze Zeit dein Handy zu haben, ständig dich mit Tranfers zu beschäftigen. Dann auch bewusst dem Brazzo sagen, du bist einen Tag raus.

Was Nagelsmann ebenfalls hilft: Er definiert sich nicht nur über den Beruf. „Wenn ich fünf Stunden Mountainbike in den Bergen fahre, bin ich auch ein glücklicher Mensch. Und nicht nur, wenn wir am Wochenende ein super Spiel machen“, so der Bayern-Trainer. Sowohl im Job als auch im Privatleben steht ihm seine bester Freund, Video-Analyst Benjamin Glück (35), zur Seite – und der findet klare Worte, wenn Nagelsmann übers Ziel hinausschießt: „Er führt mit mir immer mal Gespräche, wo ich ein ehrliches Feedback erwarte. Auch das private Umfeld, aber auch mein Berater. Ich habe zu Sascha (Breese, Geschäftsführer Sports 360, d. Red.) einen unglaublich guten Draht.“

Die Meinung dieser Menschen ist Nagelsmann so wichtig, weil es im Fußball-Business mehr Menschen gebe, die sagen: „Alles ist Tuttifrutti.“ P. KESSLER, M. BONKE

Artikel 1 von 11