Villarreal – Herber Rückschlag für den FC Bayern zum Start in die sogenannten Wochen der Wahrheit: Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League mussten sich die Münchner dem FC Villarreal mit 0:1 (0:1) geschlagen geben und stehen vor dem K.o. in der Königsklasse. Dabei war die Vorfreude auf das Duell gegen den vermeintlichen Außenseiter groß, wie Vorstandschef Oliver Kahn vor der Partie bei DAZN versicherte: „Das sind die Wochen, auf die sich all unsere Spieler freuen. Jetzt geht es darum, die Titel zu gewinnen. Jetzt ist jedes Spiel im Grunde ein Endspiel. Auf so eine Situation arbeiten wir das ganze Jahr hin.“
In Spanien arbeitete sich die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann vor allem ab – und zwar an der disziplinierten Defensive der Hausherren, die teilweise mit neun Mann im eigenen Strafraum verteidigten. Darüber hinaus ging Villarreal früh in Führung. Acht Minuten waren gespielt, als das Team von Unai Emery einen sensationellen Angriff über die rechte Seite startete und dabei von der Unordnung im Bayern-Spiel profitierte: Lo Celso legte rechts an der Torauslinie im Strafraum clever ins Zentrum zurück. Dort leitete Parejo direkt weiter zu Danjuma, der aus kurzer Distanz zum 1:0 traf.
Jamal Musiala machte in dieser Szene einen unglücklichen Eindruck, er ließ Lo Celso in seinem Rücken entwischen. Der Youngster erhielt im zentralen Mittelfeld den Vorzug vor Leon Goretzka. Dabei hätte seine Körperlichkeit dem deutschen Rekordmeister gut getan. Die Roten wirkten mit dem Kopf abwesend und waren stets einen Schritt zu spät. Von der bayerischen Power-Offensive um Robert Lewandowski war vor allem in den ersten 45 Minuten nichts zu sehen.
„Das war nicht das Spiel, das wir wollten, offensiv hatten wir keine Power“, sagte Thomas Müller und ergänzte: „Wir nehmen das 1:0 jetzt so mit, wenn es blöd läuft, hätte es höher ausgehen können.“
Große Hoffnungen setzte Nagelsmann im Estadio de la Ceramica auf Rückkehrer Alphonso Davies. „Wir versuchen auf ihre verschiedenen Ordnungen zu reagieren. Dadurch, dass Phonzy wieder fit ist, passt das am besten“, gab der Bayern-Trainer einen kurzen Einblick in seine taktischen Gedanken. Davies war die mangelnde Spielpraxis nach überstandener Herzmuskelentzündung jedoch anzumerken. Der Kanadier blieb mit seinen Dribblings häufig hängen und wirkte zu überhastet.
Kurz vor der Halbzeit (41.) hatte Torwart Manuel Neuer Glück, als eine verunglückte Flanke von Coquelin plötzlich hinter ihm im Netz zappelte, das Tor letztendlich aber wegen Abseits aberkannt wurde. Und wer dachte, dass Neuer & Co. nach der Pause entschlossener auftreten würden, wurde enttäuscht. Abgesehen von einem Schuss von Serge Gnabry (50.) hatten die Hausherren weiterhin die besseren Chancen. Unter anderem traf Gerard mit einem satten Schuss aus 20 Metern nur den Pfosten (53). Erst mit der Hereinnahme von Goretzka und Leroy Sané nach einer guten Stunde kam Schwung ins Bayern-Spiel – und die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit vielen Chancen auf beiden Seiten, aber ohne Torerfolg.
Jetzt gilt es für den FC Bayern die richtigen Schlüsse zu ziehen. Schlusswort Müller: „Wir bereiten uns auf das Rückspiel vor, um dann zurückzuschlagen.“