Der nächste Angriff: Türkgücüs Pläne für die Regionalliga

von Redaktion

Die Münchner könnten kommende Saison in der vierthöchsten Klasse antreten – doch ist ein Neuanfang realistisch?

München – Rund um die Heinrich-Wieland-Straße werden weiter Scherben aufgekehrt. Die Insolvenz bei Türkgücü München und der damit verbundene Rückzug aus der 3. Liga haben Spuren hinterlassen. Aktuell läuft das Insolvenzverfahren, die Gläubiger – darunter auch viele ehemalige Spieler und Mitarbeiter aus dem Trainerstab – kämpfen um einen Bruchteil der Gelder, die ihnen eigentlich zustehen würden. Betroffen von der Insolvenz ist jedoch nur die Fußball GmbH, nicht der e. V. von Türkgücü München.

Und in diesem Lager wird sich aktuell der Kopf zerbrochen, wie der Verein zur neuen Saison in der Regionalliga Bayern an den Start gehen kann. Moment mal, Regionalliga? Lange Zeit wurde doch gemutmaßt, den Münchnern drohe ein Absturz bis in die C-Klasse. Da Türkgücü jedoch in der 3. Liga, die vom DFB geleitet wird, in Insolvenz gegangen ist, hat das nach Statuten des Bayerischen Fußball Verbands (BFV) keine Auswirkungen auf die Regionalliga. „Türkgücü München liegt ein Antragsrecht für die Regionalliga vor. Die erforderlichen Unterlagen wurden und werden fristgerecht beim BFV eingereicht“, sagt Geschäftsführer Max Kothny unserer Zeitung. Zuletzt hatte bereits Ex-Mäzen Hasan Kivran via Instagram angekündigt, er werde „alles daran setzen, den Verein reibungslos an meinen Nachfolger zu übergeben, und mich dafür einsetzen, dass Türkgücü München in der Regionallga Bayern 2022/2023 starten kann“. Wie genau die Hilfe von Kivran – abgesehen von schlauen Beiträgen in den sozialen Medien – aussehen soll, weiß aber keiner so richtig. Die nächste große Frage: Wie soll ein Neustart Türkgücüs in der Regionalliga überhaupt realisiert werden? Der komplette Kader wurde mit Start des Insolvenzverfahrens arbeitslos gemeldet. Zudem müsste ein neues Trainerteam rund um einen sportlichen Leiter installiert werden. Dem Vernehmen nach soll bis Anfang Mai ein mittlerer sechsstelliger Betrag aufgetrieben werden, damit eine Spielzeit in der Regionalliga möglich wird. Neue Spieler – so erste Ideen – könnten durch Probetrainings entdeckt werden. Und wer übernimmt die Führung? Hasan Kivran ist längst auch als Präsident des e. V. zurückgetreten. Der langjährige Präsident und zweiter Vorstand Taskin Akkay soll daran interessiert sein, den Neuanfang zu begleiten. Auch Kenan Kivran, Bruder von Hasan, sitzt noch im Vorstand. Und die Spielstätte? Nach Informationen unserer Zeitung ist dem Verein für die Hälfte der Spiele von der Stadt das Grünwalder Stadion versprochen worden.

Zudem laufen Verhandlungen mit dem SV Heimstetten. Die Sportanlage in Kirchheim nutzten die Münchner bereits vor dem Sprung in die 3. Liga.

„Selbstverständlich würden wir aber einen Start in der Regionalliga begrüßen und unterstützen den Verein, im Amateurbereich wieder Fuß fassen zu können“, sagte Sportbürgermeisterin Verena Dietl auf Anfrage.

Klar ist jedoch, dass die Pläne Türkgücüs den Vereinen in der Regionalliga sauer aufstoßen. Bei einer Tagung sollen sich die Clubs bereits mehrheitlich gegen Türkgücü ausgesprochen haben. Regionalligasprecher Andreas Huber sagte, „es wäre keine faire Lösung“. Den bayerischen Fußball erwartet ein großer Streit. N. M. SCHMITZ

Artikel 8 von 11