Melbourne – Seine waghalsigen Sprünge aus dem Flugzeug brachten Lewis Hamilton schnell auf andere Gedanken. Beim Skydiving in Dubai konnte der abgehängte Formel-1-Weltmeister vor der Reise zum nächsten Rennen nach Australien bestens abschalten. „Es ist eine großartige Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen“, schrieb der 37-Jährige bei Instagram. In Melbourne angekommen, postete er ein Foto mit Mercedes-Teamkollege George Russell (24) aus dem Kraftraum.
Und dieses Bild hat Symbolkraft. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagte der Brite nach dem schwachen Saisonstart. Im WM-Duell zwischen Titelverteidiger Max Verstappen (Red Bull) und dem Führenden Charles Leclerc (Ferrari) ist er derzeit nur Statist, sein historischer achter Titel weit entfernt. In Saudi-Arabien wurde er 10. und musste am Funk fragen, ob es dafür überhaupt noch einen WM-Punkt gibt. Diese Region ist Hamilton nicht gewohnt.
„Wir waren acht Jahre lang ganz vorne mittendrin. Es ist extrem schmerzhaft, nicht mehr ein Teil davon zu sein“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Zu kämpfen hat der Konstrukteurs-Weltmeister der vergangenen acht Jahre mit den neuen aerodynamischen Regeln, die dafür sorgen, dass das Auto bisweilen auch hoppelt und dadurch Zeit verliert.
Natürlich fordert das die Ehrgeizlinge des Werksteams heraus. Schon bei der Rückkehr nach Australien, wo in den vergangenen beiden Jahren coronabedingt nicht gefahren werden konnte, an diesem Sonntag (7.00 Uhr/Sky) wird mit technischen Verbesserungen an den Boliden von Hamilton und Russell gerechnet.
Das Problem mit dem sogenannten Porpoising ist komplex, darin ist man sich einig. „Wir verstehen unser Auto nicht so gut wie zum Ende des letzten Jahres“, sagte der leitende Ingenieur Andrew Shovlin und klagte über mangelnde Geschwindigkeit. Der richtige Weg sei aber „eingeschlagen, nur der Schritt war nicht groß genug“. Nun gehe es darum, „schneller Lösungen zu finden“.
Während Mercedes die aktuellen Schwierigkeiten bekämpft, kann sich die Konkurrenz schon weiterentwickeln. „Wir brauchen größere Schritte“, forderte daher auch Russell. Mit 22 Punkten hat er als Vierter schon 23 Zähler Rückstand auf Leclerc, Hamilton liegt als Fünfter weitere sechs Punkte dahinter. Als Dritter zum Auftakt in Bahrain stand der einstige Seriensieger zumindest schon mal auf den Podest – das soll wieder zum Dauerzustand für die Silberpfeile werden. dpa