Oliver Kahn (52) gibt mittlerweile nicht nur beim FC Bayern, sondern auch im europäischen Spitzenfußball den Ton an. Seit Dezember vergangenen Jahres ist er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Europäischen Club-Vereinigung ECA gewählt worden. Erst vergangene Woche fand in Wien die Generalversammlung statt, bei der Kahn eine wichtige Rolle einnahm. Die Club-Vereinigung einigte sich in Wien unter anderem darauf, das Nachfolgereglement des Financial Fair Play, das Financial Sustainability, auf den Weg zu bringen.
„Wir stehen im Fünf-Jahres-Ranking der UEFA momentan auf Platz 1. Wir haben in den letzten Jahren verglichen mit anderen europäischen Topclubs immer überperformt, was die sportlichen Erfolge im Vergleich zu den finanziellen Voraussetzungen betrifft“, sagte er. Ende 2020 hatte Kahn erklärt, dass der FCB stets unter den Top-3-Clubs Europas zu finden sein müsse.
Darum kündigt Kahn an, dass der deutsche Rekordmeister auch in Zukunft kein Verkaufsverein wird: „Ganz bestimmt nicht! Natürlich hat auch bei uns die Pandemie massiv eingeschlagen. Und ja, so etwas zehrt auch am Festgeldkonto. Aber wir werden auch in Zukunft sportlich und wirtschaftlich stark und attraktiv für Topspieler sein.“
Eine Ansage macht der Titan auch gleich in Richtung BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der hatte jüngst vorgerechnet, dass Bayern rund 150 Millionen Euro mehr Gehalt zahle als sein BVB. Kahn kontert: „Es gibt eine ganz klare Korrelation zwischen finanziellem Aufwand und sportlichem Erfolg. Ich würde widersprechen, dass es ausschließlich mit finanziellen Gründen zu tun hat.“ Man habe in den „letzten zehn erfolgreichen Jahren eine Ansammlung von ganz außergewöhnlichen Spielern beim FC Bayern, von ganz besonderen Persönlichkeiten, die den Unterschied ausmachen.“ Jedes Detail müsse zusammenpassen. MANUEL BONKE