Netter Plausch mit Taxi-Wagner im Keramikstadion

von Redaktion

TV-Kritik

Ein Spiel, und so viele Fragen: Zu wievielt tritt der FC Bayern an? Geht der Kick im „Estadio de la Cerámica“ Nullnull aus? Oder versenkt der FCB das gelbe U-Boot vom FC Villarreal? Und wie oft fällt der DAZN-Stream aus? Wir vom Fernseh-Eckerl haben zugeschaut.

Der Moderator: Laura Wontorra, die Jellosubmarine von DAZN (Asterix-Kenner wissen Bescheid), hatte frei. An ihrer Stelle hat Alex Schlüter kurzweilige Gespräche geführt. Er war verliebt ins heimelige Keramikstadion, und ein bisserl auch in seinen Experten: „Klein und muckelig sind so Worte, die man über Sandro Wagner noch nie gesagt hat.“ Beim Plaudern mit einem gut aufgelegten Oliver Kahn verriet Schlüter, dass die Spanier einen Spruch vom Titan auf ihre gelben Fahnen geschrieben haben. Da dachte man spontan an Huevos und Cojones. Es ging aber um „Sempre endavant“, ums katalanische „Weiter, immer weiter“. Das hätte man sich auch vom DAZN-Stream gewünscht.

Der Experte: Der anti-muckelige Sandro Wagner ist der selbstbewussteste Viertliga-Trainer der Welt. Er berichtete von den „sportlichen Maschinen“ des FC Bayern. Und er verriet, dass er bereit ist, die Ajax-Holländer, die der FCB angeblich anheuern will, persönlich mit dem Auto in Amsterdam abzuholen und nach München zu schippern.

Die Antwort vom Chef-Kahn an Taxi-Wagner ging leider unter, weil der DAZN-Stream schon wieder hängengeblieben ist. Das haben wir jetzt vom modernen Internetgedöns. 1999 haben alle über die Champions League beim Frauensender TM3 gelacht, aber da hat das Fernsehen wenigstens noch funktioniert.

Die Kommentatoren: Jan Platte und Sandro Wagner sind natürlich ein feines Duo. Wenn der Hachinger Taxifahrer bemängelt, dass Platte ein Schrauberl vom gelben U-Boot ignoriert hat, versichert der Kommentator brav: „Schreib ich mir auf.“ Platte weiß alles über Torhüter „mit Fangphobie“.

Und FCB-Ultra Wagner spart auch bei seinem Lieblingsverein die Schwächen nicht aus: „Josh Kimmich hat zu mir vor dem Spiel im Hotel gesagt, ich kann ruhig mal kritischer sein wegen Bayern, das werd ich jetzt gleich mal machen.“ Den beiden hätte man beim Schifferl-Nichtversenken gern 90 Minuten zugehört, und nicht nur die 60 Minuten, die der Stream am iPad ungefähr gestreamt hat.

JÖRG HEINRICH

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