München – Auf das Bundesliga-Debüt folgte die Regionalliga-Watschn: Bayern-Talent Gabriel Vidovic (18) hat ein emotionales Oster-Wochenende hinter sich. In Bielefeld wurde der Offensivspieler am Sonntag in der 89. Minute für Serge Gnabry (26.) eingewechselt und feierte beim 3:0-Sieg seinen ersten Profi-Einsatz. Einen Tag später stand Vidovic schon wieder in der Regionalliga-Partie gegen Bayreuth in der Startelf und musste eine bittere 0:4-Pleite hinnehmen.
Besonders unschön: Nach dem Spiel sollen in der Bayreuther Innenstadt drei Spieler der SpVgg von vier Tätern „auf das Allerübelste zusammengeschlagen“ worden sein. Zwei davon hätten in die Intensivstation des Klinikums gebracht werden müssen, „ein Akteur liegt weiterhin aufgrund einer erlittenen schweren Kopfverletzung derzeit noch zur Beobachtung im Krankenhaus“, teilte der Klub am Dienstag mit. Bei den Tätern handle es sich „augenscheinlich nicht um Anhänger des FC Bayern“.
Zurück zum Sportlichen: Durch die Niederlage dürften die Aufstiegsträume der Bayern-Amateure endgültig geplatzt sein. Der Rückstand auf Spitzenreiter Bayreuth beträgt elf Punkte.
Für Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) ist die Regionalliga-Truppe ein wichtiges Sprungbrett für Talente. Aber warum sind die Amateure so wichtig für den Verein? „Weil die U 23 ein Übergangsangebot auf dem Weg in unseren oder einen anderen Profikader sein kann. Die dritte Liga ist erfahrungsintensiver. Aber wir wissen ja, wie schwer es ist, mit unseren 18-, 19-jährigen in der 3. Liga zu bestehen“, erklärt Salihamidzic im Gespräch mit unserer Zeitung und ergänzt: „Trotzdem werden wir das weiter versuchen – wobei wir immer den jeweils individuellen Fall betrachten wollen. Für den einen ist die U 23 mit Trainingseinheiten bei unseren Profis das Richtige, für den anderen mag eine Leihe im Inland oder ins Ausland besser sein.“
Im Fall von Vidovic ist eine Leihe tatsächlich ein Thema. Es soll bereits den einen oder anderen Interessenten aus dem Ausland geben. Der Offensivspieler hat in der Regionalliga mit 16 Treffern und acht Torvorlagen auf sich aufmerksam gemacht. Deshalb darf Vidovic bereits seit der Rückrunde regelmäßig mit den Profis trainieren. Sein Vertrag wurde zudem vor knapp zwei Monaten um zwei weitere Jahre bis 2025 verlängert.
Damals beschrieb Salihamidzic die Stärken des Nachwuchsspielers wie folgt: „Gabriel Vidovic ist ein Spieler, der technisch sehr talentiert ist und aus den Zwischenräumen für große Torgefahr sorgt. Er spielt seit sechs Jahren bei uns, wurde am FC Bayern Campus bestens ausgebildet und soll bei unseren Profis den nächsten Schritt machen.“ Vidovic gab sich im Zuge seiner Vertragsverlängerung demütig: „Ich weiß, dass das jetzt erst ein kleiner Schritt war, aber ich werde alles dafür tun, um noch lange für den FC Bayern spielen zu können.“
Campus-Chef Jochen Sauer sagt über die Zukunft des Youngsters, dem langfristig der Sprung in die Profi-Mannschaft zugetraut wird: „Ich denke, eine weitere Saison Regionalliga würde ihm wenig für die weitere Entwicklung bringen. Aber er ist ja auch schon regelmäßig im Training bei den Profis dabei.“