„Ungute Situation – für alle“

von Redaktion

SKI Prominente Ausrichter suchen das Gespräch mit Johan Eliasch

Garmisch-Partenkirchen – Peter Fischer trägt das Herz auf der Zunge. Das ist wahrlich keine neue Feststellung. „Die Wahrheit muss man sagen dürfen“, betont der Ehrenvorsitzende des Skiclub Garmisch. Ein Motto, dem er seit jeher treu ist. Und von dem er auch jetzt nicht abweicht, da zum einen dem Weltcup-Traditionsstandort Garmisch-Partenkirchen die Herren-Abfahrt auf der berüchtigten Kandahar entzogen werden soll, zum anderen die Marktgemeinde beim gleichen Verband, der FIS, um die alpinen Ski-Weltmeisterschaften im Jahr 2027 buhlt.

Eine schwierige Situation. „Eine ungute – für alle“, präzisiert Fischer. Vieles ist aktuell unklar: Wie es mit den Weltcuprennen weitergeht. Aber auch: Wer nun tatsächlich die WM 2027 bekommt, und – vor allem – wie sie überhaupt vergeben wird. In Sachen Weltcup-Kalender hat Weltverbandspräsident Johan Eliasch in den vergangenen Tagen und Wochen einiges zu hören bekommen. Fischer spricht von einer „Allianz der Großen“. Die prominenten Ausrichter hätten sich zusammengetan, sprechen offenbar mit einer Stimme, sind von Eliaschs Plänen wenig bis gar nicht begeistert. Die Rennen alleine sind es dabei gar nicht, die sauer aufstoßen. „Bei vielen ist es die Zentralvermarktung, die er anstrebt“, betont Fischer.

Die nächste Runde des FIS-Council ist nun für Anfang Mai geplant. Dann soll ein überarbeiteter Kalender vorgestellt werden. Die Garmisch-Partenkirchner erhoffen sich die Wiederaufnahme des Kandahar-Klassikers. Bei einem Treffen des Club5, in dem die führenden Veranstalter des Ski-Zirkus vereint sind, hatte Eliasch noch verkündet, er brauche die Traditionsorte mit ihren Veranstaltungen. „Jetzt ist es eine 180-Grad-Wende“, moniert Fischer. Dreimal habe er schon persönlich mit dem Schweden gesprochen.

Was Fischer ebenfalls nicht gefällt: Es soll künftig keinerlei Planungssicherheit mehr geben für die Ausrichter: Unter Präsident Gian Franco Kaspar existierte stets ein Drei-Jahres-Kalender für den alpinen Weltcup. „Braucht er nicht mehr.“ C. FELLNER

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