Wer geht als nächstes ins Netz?

von Redaktion

Nach Müller und Neuer soll auch Lewandowski verlängern – Nkunku im Visier

VON MANUEL BONKE UND PHILIPP KESSLER

München – Da konnte sich selbst ein gestandener Bayern-Kapitän wie Manuel Neuer (36) das Schmunzeln nicht verkneifen. Als der Torwart nach der öffentlichen Trainingseinheit am Dienstag eifrig Autogramme schrieb, fragte ihn ein Fan, wann denn der Ulreich komme? „Der Sven ist gleich da“, antwortete Neuer und grinste in sich hinein.

Der Münchner Schlussmann hatte sichtlich gute Laune. Kein Wunder, immerhin sind sich Spieler und Arbeitgeber weitestgehend über das neue Arbeitspapier einig. Der künftige Vertrag wird dem Vernehmen nach eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025 enthalten. Neuer wäre dann 39 Jahre alt.

Das Beispiel des Kapitäns zeigt, wie schwierig der Spagat ist, den die Kaderplaner an der Säbener Straße derzeit bewältigen müssen. Einerseits müssen sie für Erfolge und Titel in der Gegenwart planen (Manuel Neuer ist nach wie vor der beste Torwart der Welt), andererseits müssen sie schon jetzt die Weichen für die Zukunft stellen (Alexander Nübel wird als einstiger designierter Nachfolger nicht mehr nach München zurückkehren). Heißt im Umkehrschluss: Vorstandschef Oliver Kahn (52), Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) und Marco Neppe (35) als Technischer Direktor müssen nun schon wieder Augen und Ohren offen halten, um einen geeigneten Thronfolger für Neuer zu finden.

Bei Nübel war der Plan ähnlich: Er sollte im Schatten Neuers zur künftigen Nummer eins reifen. Doch Neuer und sein Jungbrunnen, in den er nach seiner langen Mittelfuß-Verletzungszeit gefallen war, machten dem einen Strich durch die Rechnung. Ähnlich verhält es sich mit der Vertragsverlängerung von Thomas Müller (32). Er soll künftig ebenfalls drei weitere Jahre im Bayern-Dress auflaufen. Doch um Top-Talenten wie Jamal Musiala (19) oder Paul Wanner (16) mehr Einsatzminuten zu ermöglichen, müsste Müller auf Spielzeit verzichten. Ob der ehrgeizige Titel-Sammler das freiwillig tut solange er seine Leistung bringt?

Während die neuen Verträge von Neuer und Müller also so gut wie unterschriftsreif sind, gibt es bei Robert Lewandowski (33) und Serge Gnabry (26) noch nicht mal ansatzweise Vollzug zu vermelden. Wie so oft, hakt es beim Duo bekanntlich am Geld. Die Verantwortlichen müssen abwägen: Lieber weiterhin in vorhandene „Spieler“ investieren oder Geld für Neuzugänge in die Hand nehmen und dafür den einen oder anderen Leistungsträger verkaufen?

Dann hätte Bayern auch die nötigen Millionen, um die finanziellen Vorstellungen von Ajax Amsterdam für Ryan Gravenberch (19) zu erfüllen. Laut der holländischen Zeitung Telegraaf versuchen die Ajax-Verantwortlichen die Ablösesumme nach oben zu treiben. Mittlerweile bieten die Münchner 17 Millionen plus sechs Millionen Bonus. Das macht ein Gesamtpaket von 23 Millionen. Doch die Holländer wollen 30 Millionen. Das sind die Bayern jedoch nicht bereit zu zahlen.

Leichter ist das Vorgehen bei Ajax-Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui (24), der ab Sommer ablösefrei ist. Beide Parteien haben eine mündliche Einigung erzielt. Andere Namen, die heiß in München gehandelt werden sind Christopher Nkunku (24) und Konrad Laimer (24). Julian Nagelsmann (34) kennt und schätzt beide aus Leipziger Zeiten. Während der Bayern-Trainer in Laimer eine „Monsterballeroberungsmaschine“ sieht, könnte Nkunku vor allem dann interessant werden, sollte Serge Gnabry verkauft werden.

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