Das fordert Lewandowski

von Redaktion

Bayerns Superstar will Vertrag bis 2025 und Gehaltserhöhung

VON PHILIPP KESSLER

München – Wie geht es weiter mit Robert Lewandowski (33)? Der FC Bayern möchte den Superstürmer gerne über dessen Vertragsende am 30. Juni 2023 hinaushalten. Aber: nicht um jeden Preis. Der Poker um die Zukunft von Lewandowski, der auch vom FC Barcelona umschwärmt wird, ist in vollem Gange. Sollte der Pole beim Rekordmeister bleiben, will er dem Vernehmen nach einen Vertrag bis 2025. Für eine Verlängerung bis dahin spricht: Der zweimalige FIFA-Weltfußballer zählt zu den ganz Großen im Geschäft, ist der beste Stürmer der Welt. So professionell und diszipliniert wie Lewandowski lebt sonst nur Cristiano Ronaldo (37/Manchester United). Durch diese Einstellung sehen die Verantwortlichen des FC Bayern eine gewisse Gewähr, dass er auch in den kommenden Jahren auf Topniveau weiterspielen und knipsen kann.

Möglicher Knackpunkt in den Verhandlungen mit Lewandowski und dessen Berater Pini Zahavi, der am Mittwoch zu Vertragsgesprächen nach München gereist war: das Gehalt. Spitzenverdiener Lewandowski soll für seine Unterschrift eine Aufstockung seines Salärs, das aktuell geschätzt rund 24 Millionen Euro pro Jahr beträgt, fordern. Das bereitet den FCB-Bossen Bauchschmerzen.

Fakt ist: Durch die Corona-Pandemie musste der Club Umsatzeinbußen von 150 Millionen Euro hinnehmen. Gleichzeitig gehen die Spielergehälter aber nach oben. Im Vergleich zu Scheich-Club Paris Saint-Germain, den verschuldeten Spaniern Real Madrid und FC Barcelona oder investorengestützten Vereinen in England, die in der Premier League pro Fan rund vier Mal so hohe Einnahmen wie deutsche Topclubs erzielen, hat der FC Bayern hier klare Grenzen. Siehe David Alaba (29), der nach gescheiterten Verhandlungen 2021 ablösefrei zu Real wechselte.

Auch in Zukunft steht der FC Bayern vor vielen Unwägbarkeiten. Noch ist nicht absehbar, wie sich die Pandemie, der Krieg in der Ukraine oder die allgemeine wirtschaftliche Situation in Deutschland entwickelt und welche Auswirkungen diese auf die finanzielle Lage des Clubs haben. Fest steht, dass der Münchner Vorzeigeverein in Zukunft weiterhin schwarze Zahlen schreiben möchte. Auch deshalb soll es nach Informationen unserer Zeitung im Aufsichtsrat eine ausführliche Debatte um Erling Haaland (21) gegeben haben. Der Dortmund-Stürmer kann den BVB im Sommer dank einer festgeschriebenen Ablösesumme von 75 Millionen Euro trotz Vertrags bis 2024 verlassen. Das Gesamtpaket inklusive Gehalt und Provisionen für dessen Berater Mino Raiola sowie Papa Alf-Inge soll sich auf rund 300 Millionen Euro belaufen. Beim FC Bayern soll es auch deshalb erhebliche Zweifel geben, ob der verletzungsanfällige Norweger der Richtige für den Verein ist.

Nach wie vor gilt Manchester City als Favorit auf die Haaland-Verpflichtung. Bei Bayern hat Lewandowski Priorität. Die Verhandlungen dürften aber alles andere als einfach werden.

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