Der EHC und das Warten auf den Finalgegner

von Redaktion

EISHOCKEY Mannheim und Berlin heute im entscheidenden Duell um Endspiel-Einzug

Mannheim – Bill Stewart unterbrach. Der Interimstrainer der Adler Mannheim wusste es genauer. „29 Tage“, fuhr der 64-Jährige dazwischen. Er wurde gerade darauf angesprochen, ob er die positive Entwicklung beim deutschen Eishockey-Topclub in den wenigen Wochen seiner Amtszeit so erwartet habe. Ende März hatten sich die Adler von Pavel Gross getrennt und ihn zum Nachfolger berufen. Die Mannschaft hatte zu dem Zeitpunkt alles andere als titelreif gewirkt.

Nun hat der achtmalige deutsche Meister den Titelverteidiger Eisbären Berlin am Rande des Halbfinal-Scheiterns. Im entscheidenden fünften Spiel am Donnerstag (19.30 Uhr/MagentaSport und ServusTV) ziehen entweder die Adler oder die Berliner ins Finale ein. Nach einem 0:2 in der Serie kamen die Mannheimer zurück und glichen zum 2:2 aus. Im Falle einer Niederlage geht die Saison zu Ende.

„Wir wussten, wir können das Finale erreichen und alles gewinnen“, tönte Borna Rendulic und beschrieb Stewart als einen Faktor für den Wandel: „Es war ein ziemlich großer Wechsel“, sagte der kroatische Stürmer, einer der Torschützen beim 4:3 am Dienstagabend. „Bill kam mit einer sehr positiven Haltung. Er zeigt uns die richtigen Sachen, er lehrt es uns in der richtigen Art.“

Nach den zwei verlorenen Halbfinalduellen fand die Mannschaft mit Stewart einen Weg, die richtigen Lehren zu ziehen. „Er hält es ziemlich einfach“, sagte Nationalstürmer Matthias Plachta über Mannheims Meistermacher von 2001: „Es ist eine gute Kommunikation in der Halle. Es ist ein lockerer Typ.“

So unaufgeregt wie Plachta über den Coach sprach, redete er auch von seinem Meilenstein. Mit seinem Führungstor und 336. Scorerpunkt für die Mannheimer stellte der 30-Jährige einen neuen Clubrekord auf. Im Playoff-Stress freute er sich lieber mit seinem Teamkollegen Markus Eisenschmid. Schließlich ermöglichte Eisenschmid in einer Saison mit vielen Aufs und Abs für ihn, in der er „mental gebrochen“ war (Rendulic) mit seinem Siegtor die erneute Reise nach Berlin.

„Wir haben uns in die beste Ausgangsposition gebracht. Ich glaube, das Momentum spricht für uns. Der Wille ist da. Wir haben noch einiges vor“, sagte Eisenschmid. Plachta erklärte: „Es gibt keine Vorteile in Spiel fünf. Für mich ist es immer ein großes Halligalli.“ Auf den Sieger wartet in der Endspielserie der EHC Red Bull München.

Trifft München auf die Eisbären, ist das erste Spiel am Freitag in Berlin (19:30). Zieht Mannheim ins Finale ein, empfängt der EHC die Adler am Samstag (16:15).  sid

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