Zverevs frühes Aus bei den BMW Open

Selbstkritik allein genügt nicht

von Redaktion

THOMAS JENSEN

Zumindest eine Sache kann man anerkennend bemerken: Alexander Zverev redete nach seiner Schock-Niederlage nicht um den heißen Brei herum, sondern bezeichnete seinen Auftritt als das, was er war: bodenlos. Anstatt die Lücke zwischen Ansprüchen und Realität wieder schrumpfen zu lassen, dürfte er sich nun noch tiefer in die Krise befördert haben.

Die Frage ist, wie er da wieder herauskommt. Eines sollte klar sein: Die Trendwende herbeizureden und über kommende Karriere-Höhepunkte zu sprechen, wie er es tat, reicht nicht aus, um erfolgreich zu spielen.

Stattdessen gilt es, auf die Selbstkritik ehrliche Reaktionen folgen zu lassen. Nur so kann er das überwinden, was ihn daran hindert, der Spieler zu sein, der er sein könnte. Bisher ist ihm das nicht gelungen. Was es auch ist, mentale Probleme, ein fehlender langfristiger Trainer, zu wenig Fleiß oder alles zusammen – es dürfte unbequem sein, es zu ändern.

Doch scheut er die Anstrengung, wird er von der Generation junger hungriger Spieler, die gerade nach vorprescht, überholt werden. Dann bleibt seine Olympiasieg von Tokio womöglich der einzige ganz große Titel.

thomas.jensen@ovb.net

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